06.10.08 - langes Wochenende

Guten Morgen,

hier melden sich mal wieder eure Globetrotter.
Zuallererst möchte ich darauf hinweisen dass wir seit gestern eine Zeitdifferenz von 10 Stunden zueinander haben.
Wie das kommt? Ihr habt eure Uhren zurück gestellt und wir unsere vor. Ganz schön verwirrend.

Mittlerweile haben wir uns hier schon sehr gut eingelebt und von Heimweh keine Spur.
Die Atmosphäre hier im Hostel ist spitze, auch wenn man den Eindruck hat das Einige von den vielen Deutschen hier etwas genervt sind. Trotzdem saßen wir die letzten Abende in gemütlichen Runden draußen und tauschten Erfahrungen aus.
Gestern haben wir dabei durch Zufall erfahren dass in Australien heute der sogenannte Labour Day ist. Ein Feiertag bei dem so gut wie keine Geschäfte geöffnet haben und auch sonst kaum gearbeitet wird. Das hat unsere Pläne natürlich ein bisschen verworfen, aber über das verlängerte Wochenende können wir uns natürlich nicht beschweren.

Apropos Wochenende.
Als wir am Samstag, nach unserer ersten Nacht hier aufgestanden sind, waren wir voller Tatendrang.
Gut ausgeschlafen und von Cornflakes gestärkt entschlossen wir nocheinmal zum Flughafen zu fahren um uns unsere Visabescheinigungen in den Pass kleben zu lassen. Also sind wir zur nächsten Zugstation gelaufen und haben geschaut ob wir den teuren Fahrtpreis nicht mit einem Wochenticket umgehen könnten. Nachdem wir uns durch viele Fahrt- und Angebotspläne gewühlt hatten entschlossen wir uns einen “7 Day Red Pass” zu kaufen. Damit würden wir für eine Woche durch den für uns interessantesten Teil Sydneys, dem Red District, fahren können. Leider haben wir das Kleingedruckte nicht gelesen.
Der International Airport liegt zwar im besagten Red District, leider gelten hierfür extra Gebühren, denn die Bahnfahrt zum Flughafen und den umliegenden Haltestellen ist fast 3-mal so teuer wie eine normale Fahrt. Gezeig wie wir nunmal sind sahen wir nicht ein die gebühren zu bezahlen, also fuhren wir zur nächstmöglichen Station um von dort aus zum Flughafen zu laufen.
Auch das war einfacher gesagt als getan. Anfangs folgten wir der Beschilderung und schon bald kam der International Airport in Sichtweite. Leider war es dem Umgebungsplaner wohl nicht in den Sinn gekommen dass irgendwann mal 2 Dessauer kommen könnten, mit der Absicht das Airporgelände zu Fuß zu erreichen.
So mussten wir fast eine Stunde lang einem minderwertigen Weg folgen, der plötzlich im Nirgendwo endete, wodurch wir kurzerhand ein wenig Off-Road liefen.
Schnell noch die Hauptzufahrtsstraße überquert und schon waren wir am Ziel angekommen.
Nun irrten wir eine Ewigkeit durch das Flughafengelände auf der Suche nach einem Schalter an dem man uns den vielbesagten Visasticker in den Pass kleben würde. Das lustigste war dass die meisten Flughafenangestellte keine Ahnung hatten was wir überhaupt wollten. Um sicherzugehen dass wir uns nicht vermacht hatten schauten wir mehrmals im Internet nach wie sich das mit dem Visu verhält. Überall lasen wir das gleiche; “Im Sydney International Airport kann man sich die Bescheinigung direkt in den Pass kleben lassen”. Aber warum wusste das keiner? Kurz bevor mir die Sache endgültig zu blöd wurde gelang es uns glücklicherweise, uns zum richtigen Schalter durchzufragen, auch wenn der nicht den Eindruck machte als wären wir da richtig. “Quarantäne- und Sicherheitsabteilung” verkündete das Schild über dem Büro in der verstecktesten Ecke des Flughafens. Kurz und schmerzlos erfuhren wir dort dass es den gesuchten Nachweis im Pass nicht mehr gibt. Sollte uns jemand danach fragen könnte man die Daten übers Internet abrufen und das reicht. Deprimiert über den verschwendeten Nachmittag liefen wir zur nächstbesten Straßenbahnhaltestelle um ins Hostel zu fahren. Diese Haltestelle befand sich in WolliCreek, einer Gegend in Sydney die nur die wenigsten Backpacker zu sehen bekommen, wahrscheinlich weil hier gar nichts einen einladenden Eindruck macht. Aber Hinterhoftourismus war ja schon in China unsere Stärke.
Zurück im Hostel berichteten wir dann den Anderen von unserem Tag und die meisten konnten das einfach nicht fassen.
Das zeigtmal wieder aus was für einem Holz wir Dessauer eben geschnitzt sind. Knallhart, mit eisernem Willen und für jeden Blödsinn zu haben.
Der gestrige Tag war dann wieder erfolgreicher.
Ich habe es geschafft mir ein Handy zu kaufen und die beiden PrePaid-Karten, die wir uns schon vorher besorgt hatten, bekamen wir auch zum laufen.
Vorher gönnten wir uns jedoch noch ein wenig Unterhaltung in der “Sydney Wildlife World”.
Quasi der 2. Teil zu unserem Ausflug ins Aquarium, nur ohne Fische.
Ähnlich wie im Aquarium konnte man auch hier einen guten Eindruck von der Fauna Australiens bekommen.
Neben den verschiedensten Vögeln und Insekten trafen wir auch endlich auf die heiß ersehnten Wombats, Koalabären und Kängurus. Selbstverständlich freuen wir uns nun erst Recht darauf diese lustigen Tiere in freier Wildbahn zu sehen.
Den Abend liessen wir dann mit Bier und Wein ausklingen, natürlich nur in Maßen.
Und nun sitz ich auch schon wieder hier, neben meinem Frühstück und schreibe die Ereignisse der letzten Tage.
Ich bin gespannt wohin es uns heute verschlagen wird.
Das Wetter ist grad sehr schön, vielleicht schaffen wir es ja heute zum Strand zu gehen.
Aber davon werden wir euch dann noch früh genug berichten.
Bis dahin, liebe Grüße an die Heimat.

P.S.: Unser Gästebuch funktioniert jetzt und wir haben nun auch endlich die ersten Bilder hochgeladen.

 

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