17.10.08 - Gewohnheit und Kaninchen

Und da sind wir auch schon wieder.
Seit meinem letzten Eintrag sind mittlerweile ein paar Tage vergangen, wie dem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein dürfte.
Wenn ich die letzen Tage mit einem einzigen Wort zusammenfassen sollte, würde ich “Gewohnheit” wählen, oder “Kaninchen”.
Wie im letzten Bericht beschrieben zogen wir in Betracht die Blue Mountains zu besichtigen und schon am nächsten Tag wollten wir diesen Vorsatz in die Tat umsetzen.
Der Plan wurde aber schnell ins wanken gebracht.
Zuerst verschlief ich bis zum Mittag, dann zogen wir völlig unvorbereitet los, bekamen falsche Auskünfte an den Zugstationen und irgendwie schafften wir es einfach nicht ans Ziel zu kommen.
Am späten Nachmittag blieb uns dann nichts anderes übrig als den Ausflug in die Blue Mountains zu verschieben.
Die folgenden Stunden verbrachten wir mit packen, denn am nächsten Morgen sollten wir unser gemütliches Doppelbettzimmer räumen, aber wir hatten vorgesorgt.
Nach einem kurzen Gespräch mit dem Hostel-Manager Dan buchten wir uns für eine weitere Woche in den 10-Bett Schlafsaal des Hostels ein.
Und von dort an begann der Alltag.
Früh wurde ausgeschlafen, Mittags spazierten wir durch die Gassen Sydneys oder lagen im Park und Abends saßen wir in lustigen Runden mit den anderen Backpackern auf der Terasse.
Von diesen Backpackern möchte ich einen ganz besonders hervorheben.
Sven, ein bescheidener Schwabe aus Stuttgart der schon seit vielen Monaten in Sydney lebt.
Von ihm kann man eine Menge über das Leben hier lernen, er weiss wo es gutes Gratis-Essen, Sehenswürdigkeiten und Fachgeschäfte gibt.
Neulich hegte ich den Wunsch meinen Nachmittag an einem Palmenstrand zu verbringen, wo Marvin und ich uns auchmal auf ein Surfbrett stellen könnten. Also setzte sich Sven mit uns in einen Bus und fuhr zu einem wunderbaren Strand…voller Nadelbäume und Surfverbot. Es war trotzdem lustig.
Das besondere an diesem Schwaben ist, dass er, obwohl er schon viel durch die Welt gereist ist, hinterm Mond zu leben scheint. Nicht grade selten amüsiert er sich köstlich über unsere Geschichten aus Dessau, die für uns völlig normal sind. Bierkästen für unter 10€, Garagenpartys und 100.000 Einwohner sind Fakten die er absolut nciht nachvollziehen kann. In seiner 600.000 Einwohner Heimat lebt man deutlich großzügiger.
Er glaubt; ohne sein Stuttgart wäre Deutschland nichts, ich glaube; er lügt.
Jedenfalls ist er ein echt prima Kerl mit dem man viel Spaß haben kann.
Er war es auch, der anfing die Deutsch-Englischen Sprachbarrieren einzureissen.
Seitdem hört man häufiger “Was ist das? Das ist ein Kaninchen.” durch die Flure klingen. Auch Tage später ist das immernoch lustig.
Nun neigt sich schon unsere 2. Woche in Australien dem Ende entgegen und wir haben mittlerweile schon soviel erlebt, gesehen und gelernt.
Marvin hat gestern sogar beinahe zugeschaut wie ich essen koche.
Vorgestern wurde er sogar von Dan angesprochen ob er nicht Lust auf Arbeit hätte, also bekam er spontan einen Job in einer Kissenfabrik, jedenfalls für 2 Tage.
Leider war dort nur noch 1 Stelle frei, darum sitze ich jetzt hier, fasse unsere letzte Woche lyrisch zusammen und warte darauf dass Marvin von Arbeit kommt, um mit ihm in den Waschsalon zu gehen.
Am Wochenende werden wir das Hostel hinter uns lassen müssen und unser Weg wird uns vorraussichtlich nach Orange führen. Dort erhoffen wir uns einen Job als Fruitpicker auf einer Orangenplantage (wer hätt’s gedacht).
Unseren Infos zufolge stehen unsere Chancen auf Erfolg sehr gut.
Vorher werde ich mich aber bestimmt nochmal melden.
Bis dahin, schönen Gruß (auch vom Sven)

 

1 Kommentar

  1. Uta Kosmetiktante Dessau

    Hallo Daniel, da hat es aber Mausi gut,wenn Du zurück kommst.So einen Hausmann kann man sich nur wünschen. Kochen, waschen usw.

Neues Kommentar