30.10.08 - Dessauer vereint
Geschrieben in Brisbane am 29.10.2008 um 16:15 von danielGuten Abend liebe Leute in der Heimat,
nach langer Internetabstinenz kommt nun endlich ein kleiner, feiner Bericht aus Tralien. Wie schon im letzten Bericht erwähnt war unser Reiseweg in den letzten Tagen identisch mit dem von Pierre und Marcel, unseren Freunden aus Dessau.
Einige Stunden nachdem ich die letzten Zeilen auf unsere Homepage getippt hatte, trafen wir uns auch schon mit den beiden an ihrem Auto. Backpacker und Gepäck ins Auto geladen konnte die Reise auch schon losgehen…nicht.
Jeder musste natürlich noch Erledigungen machen, Marvin und ich versorgten uns im nächsten Aldi-Markt mit leckeren Delikatessen (Toastbrot, Billigkäse und Choco Pops) während sich unsere beiden Chauffeure spontan eine Gitarre zulegten die von nun an ständig in Gebrauch war.
Anfänglich war unser Ziel lediglich auf Queensland ausgerichtet, aber schnell wurde klar dass unsere Fahrt in das etwa 900 km entfernte Brisbane führen würde. Im Lonely Planet, einem Reiseführer der für jeden Backpacker Gold wert ist, schauten wir dann nach interessanten Sehenswürdigkeiten die man auf dem Weg nach Brisbane anschauen sollte.
So ergaben sich knapp 2000 km, die wir selbstverständlich nicht an einem Tag bewältigen könnten.
Ruhe und Gemütlichkeit war angesagt.
Unsere erste Etappe endete in Port Macquarie, einer kleinen Stadt direkt am Pazifischen Ozean in der wir ins Ozzie Pozzie Backpackers Hostel einzogen. Hier machte man uns auf eine Sehenswürdigkeit aufmerksam, die sich unsere kleine Gruppe nicht entgehen lassen wollte.
Um diese Attraktion völlig auskosten zu können war es jedoch nötig eine weitere Nacht im Ozzie Pozzie zu bleiben. Gesagt, getan, wie ich zu schreiben pflege.
Am 20.10.08 standen die eisenharten Dessauer sehr früh auf…um 8 Uhr.
Ein kleiner Spaziergang zum Hafen und schon sahen wir uns mit einem Jetboot konfrontiert welches ursprünglich vom australischen Militär benutzt wurde. Natürlich wurde es aber längst zweckentfremdet.
“Wofür?” wird sich der Leser fragen.
“Dafür!” wird Daniel antworten.
Mit Gummijacken und Rettungswesten ausgestattet nahmen wir in dem kleinen Boot Platz.
Marvin und ich ganz vorne am Bug während es sich Marcel und Pierre weiter hinten “gemütlich” machten.
Langsam tuckerete das Gummiboot aus dem Hafen, bis zu einer kleinen roten Markierungsboje. Von hier an gab der Steuermann Zunder, Marvin und ich wurden durch die Wucht mit der das Boot über die Wellen sprang, hin und her geschleudert und unsere beiden Freunde hinter uns wurden bestens vom Wasser durchnässt.
Nach etwa 10 Minuten stoppte das Boot. Die Wellen, die unser kleines Boot schauckelten, waren das einzige was ein Geräusch verursachte. Alle Passagiere blickten aufs Meer hinaus. Dann geschah etwas, was wohl niemand der Anwesenden so schnell vergessen wird. Ein großer dunkler Rücken erhob sich aus dem Meer und tauchte langsam wieder ab. Wenige Meter daneben tauchte ein weiterer Buckel auf und ab. Wir 4 Dessauer (und natürlich noch ein paar andere Leute) waren nur wenige Meter von den sogenannten sanften Riesen des Meeres, den Walen entfernt.
Unser Whale-Watching-Ausflug hatte tatsächlich Erfolg, ein kleines Walkalb und die beiden dazugehörigen großen Waleltern schwammen direkt an uns vorbei und an uns vorbei. Gelegentlich sah man gewaltige Rücken und Schwanzflossen aus dem Meer ragen und auch einige Sprünge konnte man beobachten. Ich denke ich spreche für den Großteil der Anwesenden wenn ich sage dass dieser Anbick einfach atemberaubend war.
Nachdem wir das Schauspiel etwa eine halbe Stunde genossen hatten düste unser Boot wieder Richtung Bucht.
Auch wenn wir das Jetboot völlig durchnässt und durchgeschüttelt verliessen, hat sich diese Tour in meinen Augen mehr als gelohnt. Zu dieser Fahrt gab es eine weitere Bootstour gratis dazu, die wir natürlich auch mitmachten, Ausgerüstet mit ein wenig Bier schipperten wir auf einem kleinen “Party-Boot” knapp 1 Stunde an einer Wohnsiedlung von Port Macquarie vorbei, wo erstaunlich viele Grundstücke zum Verkauf angeboten wurden.
Zum Glück war die Fahrt umsonst, sonst hätten wir uns das echt sparen können.
Zurück im Hostel liessen wir den Tag mit dem Rest Bier, Wein und Gesprächen mit den anderen Hostelgästen ausklingen.
Am nächsten Morgen stiegen wir dann wieder samt Gepäck ins Auto um zu unserem nächsten Etappenziel, Coffs Harbour, zu fahren.
Auf dem Weg dahin nahmen wir einen etwas größeren Umweg in Kauf um uns in Amidale die Wollomombi Falls anzusehen. Diese Wasserfälle gehören zu den höchsten und schönsten in ganz Australien.
Leider spielte uns das Wetter nicht so recht mit, in den vorherigen Wochen war es sehr warm und trocken in der umliegenden Region und am Tag unserer Ankunft regnete es recht penetrant, wodurch der Wasserfall eher dürftig Wasser fallen liess und wir auch sonst nicht grad viel Spaß an unserer Besichtigung hatten.
Am Abend kamen wir dann in Coffs Harbour an, wo wir nur für eine Nacht im Aussitel Backpackers Hostel schliefen. Für uns gab es auf die schnelle nicht viel sehenswertes in Coffs Harbour, daher beschlossen wir nach einem kurzen Stopp beim Strand weiterzufahren.
Eigentlich entspricht das nicht ganz der Wahrheit, eine Sehenswürdigkeit gab es schon, eine sehr bedeutsame Attraktion, von der ich behaupten kann dass sie mich für die weitere Zeit in Australien sehr inspiriert hat.
Die Rede ist von der “Großen Banane”.
Die Region um Coffs Harbour ist seit vielen Jahrzehnten ein bedeutsamer Bananenlieferant für ganz Australien, daher dachte man sich im Jahre 1974 man müsste um eine kleine Bananenplantage einen Kinderspielplatz, einen Aussichtsturm und einen Souvenirladen. Dazu kam noch etwas, ein Wahrzeichen von weitreichender Bedeutung, eine etwa 11m lange Kunststoffbanane, die “Große Banane”.
Selbstverständlich klingt das jetzt wenig spektakulär, aber einige Australier sahen darin scheinbar eine Art Kunst, die weitergeführt werden muss, wodurch man nun über 50 “Große Dinge” bestaunen kann die sich über ganz Australien verstreuen.
Hierzu zählen Sachen wie “der Große Tacker”, “das Große Huhn”, “die Große Rumflasche”, “der Große Goldgräber”, “der Große Schotte”, “das Große Schauckelpferd” und viele weitere große Sachen.
Ich habe es mir nun zur Mission gemacht möglichst viele dieser Dinge zu besuchen.
Nach diesem großen Erlebniss fuhren wir weiter Richtung Norden, durch den kleinen Ort Ballina, wo ich “die Große Languste” bestaunen konnte bis nach Byron Bay, einer der schönsten Strandgebiete in Australien.
Hier verbrachten wir die folgenden 2 Nächte im Backpackers Inn, einem Hostel dessen Garten nur etwa 20 Meter vom Strand entfernt liegt. Wir verbrachten wenig Zeit im Zimmer, dafür umso mehr Zeit an den kilometerweitern, weissen Stränden. Das wir hierher definitiv zurückkehren werden war bei der Abfahrt wohl jedem klar.
Die letzte Etappe war angebrochen. Gemütlich fuhren wir Richtung Brisbane, bis Marcel plötzlich (nicht unerwartet) rechts abbog und wir erneut einen Umweg fuhren. Wer sich ein wenig mit der australischen Geographie auskennt könnte ahnen was wir anpeilten, alle anderen müssen sich noch einen Satz gedulden.
Durch dichte Wälder und über hohe Berge führte uns eine gut betonierte Straße bis an einen Ort den wir bisher nur aus Erzählungen kannten.
Nimbin; ein kleines Hippiedorf (eigentlich nur eine einzige Straße) in dem Alkoholkonsum gesetzlich verboten ist und jeder Einwohner bemüht ist den Touristen selbstgebackene Plätzchen zu verkaufen. Ich finde das kann man ruhig gesehen haben. Selbstverständlich schauten wir uns hier nur ein wenig um und fuhren dann brav weiter.
Als wir dann gegen Abend endlich Brisbane erreichten stellten wir uns selbst vor eine schwierige Frage, entweder durch Brisbane irren, auf der schwierigen Suche nach einem Hostel in dem wir unterkommen können oder auf einen Carraven Park gehen, dort einfach unser Zelt aufbauen und…
In dem Moment war es auch schon beschlossen. Die nette ältere Dame an der Rezeption begrüßte uns sehr freundlich und gab uns einen günstigen und guten Platz auf ihrem Campinggelände.
Während ich mir mit Marvin das Zelt teilte, schliefen Marcel und Pierre in ihrem Auto.
So verbrachten wir die Nächte von Freitag bis Sonntag und schauten uns zwischenzeitlich ein wenig in Brisbane um.
Am Sonntag war es dann soweit, wir checkten am Zeltplatz aus und trennten uns wieder von unseren Dessauer Freunden. Nun waren Marvin und ich wieder allein.
Aber natürlich hatten wir das alles geplant, so dass wir direkt mit dem Bus zu einem nahe gelegenen Hostel fuhren, wo man uns sehr unfreundlich mitteilte dass man keinen Platz für uns frei hat.
Zum Glück sah es ein paar Meter weiter schon wieder besser aus, so dass wir in das Brisbane Backpackers Resort eincheckten.
Hier endet vorerst meine kleine Erzählung, denn mein rechter kleine Finger ist eingeschlafen und ich werde es ihm nun gleichtuen.
bis demnächst, viele liebe Grüße an alle die das lesen und an alle denen davon erzählt wird
so far…
30.10.2008 um 19:11
schoene geschichte. ich kenne jemanden, der laenger in dem hippiedorf geblieben ist und letztendlich die letzten 2?) monate des work&traveljahres dort verbrachte. nur leider erinnere ich mich nicht mehr daran, wers war. soll aber schoen gewesen sein. hab nur gehoert( es war eine sie, und sie sagte,) es soll wohl “geschlossen” werden…
ich drueck euch die daumen fuer die naechsen tage/wochen/monate…
*dicke umaermelung* mia