19.11.08 - 4 Räder und 1 Arbeitsplatz
Geschrieben in Bundaberg am 19.11.2008 um 08:47 von danielSchönen guten Tag,
ich meld mich mal wieder.
Mittlerweile hat uns unsere Reise nach Bundaburg geführt, aber natürlich möchte ich vorwegnehmen wie wir hier her gekommen sind.
Wie schon in den letzten Berichten angedeutet versuchten wir in Brisbane endlich mal “zu Potte” zu kommen, denn ständig Urlaub können wir uns auch nicht leisten.
Also schauten wir uns nach Jobs und einem Auto um, denn damit würde die Jobsuche wesentlich einfacher werden.
In der Trading Post, einer lokalen Zeitschrift in der eine Menge Inserate für alle möglichen Sachen stehen wurden wir schnell fündig. Kaum 2 Anrufe später konnten wir uns mit einer freundlichen Lehrerin aus Brisbane treffen um das inserierte Auto zu betrachten. Ein 60er Toyota Landcruiser, 83er Baujahr, Allradantrieb, ohne Schnickschnack. Der beachtliche Geländewagen machte einen rundum guten Eindruck, welcher später noch von einer Werkstatt bestätigt wurde. Für stolze 3500$ (umgerechnet etwa 1700€) ging der Wagen in unseren Besitz über.
Der Papierkram wurde größtenteils schon von der Verkäuferin erledigt, wir mussten uns lediglich um die Ummeldung und eine Versicherung kümmern. Das erwies sich in Queensland leider als schwieriger als Gedacht, aber nach 2 weiteren Tagen bekamen wir auch dieses Problem in den Griff.
Liebevoll tauften wir den Wagen auf den Namen “Bubu”.
Die stolzen Autobesitzer konnten es nun nichtmehr abwarten ihre Reise fortzusetzen. Also stiegen wir am Mittag des 06.November (es waren locker 35°C) in unser Auto und liessen Brisbane hinter uns.
Weiter nördlich kamen wir in einem National Park an, der ausschliesslich für 4 Wheel Drive ( = Allradantrieb) Fahrzeuge befahrbar war. Ich glaube ich muss nicht erwähnen dass wir uns regelrecht dazu gezwungen sahen dort entlang zu fahren. Mit viel Spaß und lauter Musik rollten wir über Berge und durch Täler, an Wasserfällen und Schluchten vorbei und direkt über eine 1,5 m lange Python, welche die Konfrontation aber unbeschadet überlebte.
Gegen Abend wurde es dann Zeit sich um einen Platz für die Nacht zu kümmern. In Beerwah, der nächstbesten Stadt, stellten wir unsere Karre an den Straßenrand und legten uns im Kofferraumbereich schlafen.
Früh am nächsten Morgen fuhren wir dann in den 20km entfernten “Animal Zoo”, welcher eines unserer Australien Highlights werden sollte. Selbstverständlich werden die meisten noch nie von diesem Zoo gehört haben, wenn ich aber dazu erwähne dass es sich dabei um den Zoo des weltberühmten Crocodile Hunters Steve Irwin handelt, dann werden die meisten von euch verstehen weshalb der Zoo einer der wohl besten und bekanntesten Einrichtungen Australiens ist.
So verbrachten wir diesen Tag hautnah mit Känguruhs, Koalas, Emus und selbstverständlich Krokodilen.
Später am Nachmittag schnappten wir uns Bubu und fuhren zu unserem derzeitigen Standpunkt, Bundaberg.
In Australien ist diese Stadt vorallem für eine Sache bekannt, guten Rum.
Aber deswegen sind wir nicht hier, jedenfalls nicht primär.
Innerhalb eines Wochenendes konnten wir uns einen Job organisieren. Am folgenden Montag, dem 10.11.08 begannen wir dann früh um 5 Uhr unsere Arbeit auf der “Eden Farm”, wo haupstächlich Gurken angebaut werden.
Unsere Arbeit bestand dort in den ersten 3 Tagen hauptsächlich darin mit Macheten Gurkenpflanzen zu zerhacken und den entsprechenden Abfall zu beseitigen. Teilweise war die Arbeit auch wirklich fragwürdig, beispielsweise sollten wir einige gewaltige Dreckhaufen mit Handfeger und Kehrblech entfernen. Kein Wunder dass dieses Land so schlecht besiedelt ist wenn man hier nichtmal weiss was eine Schippe ist. Ein anderes Mal, als unserem Vorarbeiter nichts mehr eingefallen ist (weil wir definitiv zu schnell gearbeitet haben) wurden wir mit Müllsäcken ausgestattet und durften auf dem kompletten Farmgelände Müll aufsammeln.
An unserem 4.Arbeitstag wechselten wir auf ein anderes Gelände der “Eden Farm” wo wir schon um 4 Uhr morgens eintreffen mussten. Dort durften wir dann in der Dunkelheit beim Dachdecken helfen, was im nachhinein wirklich amüsant war, denn wir wurden ständig grundlos von dem polnischen Vorarbeiter angemeckert.
Die Arbeitszeit bis zum Freitag war dann wieder wie in den ersten Tagen.
Das folgende Wochenende verbrachten wir dann gemeinsam mit den beiden Franzosen Maxime und Gautier, welche wir während unserer Farmarbeit kennenlernten.
Mit viel Wein und Bier hatten wir Unmengen von Spaß mit diesen beiden Chaoten.
Seit Montag arbeiten wir nun auf der “Zaina Farm”, welche auf Tomaten spezialisiert ist.
Dort schleppen wir von früh um 6 bis 18 Uhr Kisten und Kartons.
Gestern wurde unsere Arbeitszeit dort leider sehr verkürzt da ein Stromausfall die ganze Halle lahm legte und heute sollten wir erst gar nicht dort auftauchen.
Hoffentlich gibt es dort morgen wieder Arbeit für uns, damit unsere Reisekasse wieder gut gefüllt werden kann.
Wir sind sehr gespannt.
Soviel erstmal von uns, bis zum nächsten Mal.
28.11.2008 um 23:28
heißt das nun bundaberg oder bundaburg???
22.05.2009 um 21:55
Weiter so! Gruss, Norbert