Archiv für Juni, 2009

29.06 - Die Rückkehr der zwei Getürmten zu den Gefährten, oder so

Die Rückkehr der zwei Getürmten zu den Gefährten, oder so

Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn

Ohne Probleme verlief unser Flug ins Land der Hobbits, Orks und Zauberer.
An einem der vielen Hafen Mittelerdes angekommen gelang es uns ohne unnötiges Aufsehen einen Wagen zu beschaffen mit welchem wir nun unsere beschwerliche Reise anzutreten wagten.
Im Schutz der Dunkelheit konnten wir am Ende unseres ersten Reisetages die Wetterspitze erreichen, wo auch schon die Gefährten des Rings Jahre vor uns ihr Lager aufschlugen.
Nach ein paar wohlverdienten Bechern des örtlichen Hopfengebräus legten wir uns im hinteren Teil des Wagens zur Ruh und schliefen bis zum Morgengrauen.
Von Kälte und Aufregung abgesehen konnten wir diese erste Nacht in Mittelerde ungestört verbringen.
Der nächste Morgen brachte eisigen Wind und Regen mit sich, dennoch schafften wir es zur Mittagszeit in Bruchtal anzukommen, wo wir noch die Überreste der Hobbithöhlen in Hobbingen vorfanden.
Alles schien schon vor vielen Jahren verlassen worden zu sein.
Die Behausungen waren nur noch schemenhaft zu erahnen und Tiere und Gärten schienen wie vom Erdboden verschluckt.
Von der alten Eiche, welche einst die Höhle der Beutlins überragte waren nur noch Bruchstücke zu finden und auch Beutelsend selbst war wie leergefegt.
Zu unserer Freude waren der Festplatz, mit seinem mächtigen Festbaum und dem Weiher unberührt.
Der Wind der Zeit schien diese Ecke Hobbingens verschont zu haben.
In dieser Nacht machte sich die Kälte des Winters zunehmend bemerkbar.
Als wir am folgenden Morgen aufbrachen setzte der erste Schnee ein.
In unserem Wagen über die Felder Mordors streifend, wurden wir dann von starken Schneestürmen überrascht, welche es uns nicht ermöglichten weiter ins Land der Schatten vorzudringen.
Einsam waren die Stunden in denen Marvin und ich nach Süden zogen.
In einem Tal, umgeben von steilen Felswänden machten wir zur Nacht Rast.
Die ersten Strahlen des Morgens verrieten uns dass wir uns in der Nähe des Lagers der Reiter Rohans befanden.
Von hier aus wanderten wir stundenlang, bis an den Pfad der Toten, wo Aragorn einst den Dienst des Heeres der Toten im Kampf gegen die dunkle Armee einforderte.
Erneut war unsere Fahrt einsam, bis zu einer Schlucht an der sich Menschen fröhlich um die Klippen des Anduin versammelten.
An diesem Punkt versperrte uns das Meer die Weiterreise.
Unter Einsatz aller Ressourcen schafften wir es von hier aus erneut bis nach Mordor.
Durch die schwarzen Tore fahrend, konnten die Dessauer Gefährten immer deutlicher schneebedeckte Gipfel in der Ferne erkennen.
Es war geschafft, nach Tagen der Verirrung, Kälte und Hopfengebräus, waren wir an unserem Ziel angekommen.
Wir hatten den Schicksalsberg erreicht.

Hallo erstmal, entschuldigt diesen seltsamen Bericht, aber in den letzten Tagen war unsere Reise tatsächlich von all diesen merkwürdigen Begriffen geprägt.
Für alle diejenigen unter euch, die mit dem “Herr der Ringe” nichts anfangen können, oder sich diesbezüglich kaum auskennen übersetz ich das Ganze mal.

Am 13.06 wurde es für Marvin und mich Zeit Australien (vorerst) zu verlassen.
Ein Flugzeug der Firma Quantas brachte uns diesmal nach Auckland Neuseeland, wo wir uns am Flughafen sofort ein Taxi in die Innenstadt bestellten.
Hier gingen wir in ein Büro des Unternehmens “WickedCampers” wo wir uns für fast 2 Woche einen Van gemietet hatten.
Und dort begann unser neuestes Abenteuer.
Neuseeland ist seit einigen Jahren besonders für eines ganz besonders bekannt und ich rede jetzt nicht vom “MataMata Fish&Chips Takeaway” wo man sieben Tage die Woche fast 1 Kilo Pommes für umgerechnet 3€ bekommt.
Vor beinahe 10 Jahren begann Peter Jackson hier die unvergleichlich erfolgreichen Filme zu “Der Herr der Ringe” zu drehen.
Für Leute die nichts Besseres zu tun haben als stundenlang in der Wildniss nach auffälligen Gesteinsformationen und Bäumen zu suchen ist es also eine Art Pflicht in Neuseeland jene Orte zu erkunden, welche Peter Jackson in seinen Filmen zu Mittelerde, der Welt des Herr der Ringe, verwandelte.
Was ich zu Beginn meines Berichtes schrieb stellt eigentlich bloß eine 13 tägige Fahrt von Auckland zum südlicher gelegenen Wellington, der Hauptstadt Neuseelands und wieder zurück dar.
Auf der Fahrt wird man am laufenden Band mit fantastischen Landschaften konfrontiert, welche für Marvin und mich teilweise fast unwirklich erscheinen.
Schafe, unendliche Hügellandschaften, saftige Weiden auf denen unzählige Schafe grasen, dschungelartige Wälder an steilen Felswänden, Schafe, schneebedeckte Berge und noch mehr Schafe prägen das Bild.
Die neuseeländische Landschaft ist unbeschreiblich abwechslungsreich und atemberaubend schön.
Leider ist alles voller Schafe.
Hier mal ein paar Fakten:
-in Neuseeland leben grob 4 Millionen Menschen
-in Australien leben grob 21 Millionen Menschen
im Vergleich dazu:
-in Neuseeland allein gibt es ungefähr 35 Millionen Schafe
Es ist hier wirklich keine Seltenheit 1000 Schafe aufeinmal zu sehen.
Schafe sind überall, ebenso ihre Spuren in welche man dann unwillkürlich reintritt.
Voller Freude über unseren ereignissreichen Aufenthalt kamen wir nach nicht ganz 2 Wochen wieder in Auckland am Flughafen an, wo es Zeit war diesen Abschnitt unserer Reise hinter uns zu lassen.
Ohne Probleme bestiegen wir einen Flieger zurück nach Australien, wo wir schon neue Pläne hatten.
Moment, ohne Probleme?
Nunja, das kann man so nicht ganz sagen, ein kleines Problem trat schon auf.
Am Flughafen angekommen wollten wir wie gewohnt an einem Schalter unsere Flugpässe entgegennehmen und uns dann wie üblich Richtung Abflughalle begeben, dafür hatten wir mehr als genug Zeit eingeplant.
Leider tauchten unsere Namen nicht auf der Passagierliste des Flugzeugs auf.
Wir hatten zwar unsere Flugtickets, aber aus einem nicht nachvollziehbaren Grund waren diese nichtmehr gültig.
Man klärte uns auf, dass die Reiseagentur, über welche wir den Flug buchten, unsere Reservierungen vor Kurzem wieder zurückgezogen hatte und wir daher offiziell nicht an Bord des Flugzeugs sein sollten.
Völlig entspannt (*Ironiealarm*) konnten wir dann aber mit den Mitarbeitern der Fluggesellschaft Quantas einen Weg finden, welcher uns letzten Endes doch noch nach Australien befördern sollte, zwar fielen wir etwa 15 Stunden hinter unseren Zeitplan, aber das tat nichts weiter zur Sache.
Unser Plan in Australien war nocheinmal unseren guten Freund und Retter Dwayne aus Cairns zu besuchen.
Für diejenigen die sich nicht erinnern, Dwayne war der nette junge Australier der uns kostenlos bei sich wohnen liess, als unser BuBu (das Ex-Ex-Ex-Ex-Auto) in Cairns einen mächtigen Schaden hatte.
Mittlerweile stolzer Vater, traf Dwayne uns am Flughafen in Cairns und nahm uns prompt mit zu sich nach Hause.
Alle wussten dass wir nicht wieder eine halbe Ewigkeit hier verbringen würden, daher gestalteten wir unser gemeinsames Wochenende mehr als umfangreich.
Zusammen mit Dwaynes Freunden, welche sich auch nur zu gut an uns erinnern konnten, feierten wir unsere Ankunft.
Am nächsten Tag nahm uns der junge Australier dann mit zu einem abgelegenen Fluß, wo wir in der Hitze Nord Queenslands versuchten Fische zu angeln.
Nur Marvin konnte ein beeindruckendes Exemplar ergattern, welches wir aber aufgrund unserer freundlichen Gesinnung wieder in die Freiheit entliessen.
Am Abend wurde dann wieder gefeiert.
Die anhaltende Hitze inspirierte Dwayne zu einer kleinen Rundfahrt durch die Umgebung. Nach kurzer Fahrt kamen wir am Lake Echam, westlich von Cairns an.
Der ehemalige Vulkankrater, welcher jetzt bis zum Rand mit kristallklarem Wasser gefüllt ist, verlockte uns zum plantschen.
Ein allerletztes Mal genossen wir die wunderbare Natur Australiens in vollsten Zügen.
Der folgende Tag stellte dann das endgültige Ende unserer Reise durch Australien dar.
Schweren Herzens brachte Dwayne uns zum Flughafen, wo uns ein Flug erwartete auf den wir uns schon seit Monaten heiss und innig gefreut hatten.
Mit dem Vorhaben uns eines Tages in Deutschland wieder zutreffen nahmen wir Abschied von Dwayne, seiner Freundin Samantha und seinem Sohn Zander.
So kam es dass die deutschen Gefährten einen Flug antraten, welcher ihr Leben für immer verändern würde.
Fortsetzung folgt…

 

11.06 - Von Wüste und Meer (und mehr)

G’day mates.

Alles hat ein Ende, das gilt auch für die Zeit in welcher eure beiden abenteuerlustigen Dessauer voneinander getrennt waren.
Marvin verbrachte seine Tage mit Webseitenprogrammierung und ich erstellte fleißig Statistiken.
Und ehe wir uns versahen kreuzten sich unsere Wege erneut, in Melbourne.
Hier reservierten wir uns ein kleines Mietauto bei der Firma Hertz, welches uns auf unseren geplanten Wegen begleiten sollte.
Die Wahl fiel auf einen Toyota Yaris, ein kleines, schlichtes und vorallem günstiges Auto dass an allem zu wünschen übrig lies.
Am 2.6. staunten wir dann nicht schlecht.
Durch einen unerwarteten Zufall stand das gemietete Zwergauto nicht zur Verfügung.
So wurden wir damit überrascht dass wir einen Toyota Camry, welcher etwa doppelt so viel Platz bietet wie der Yaris, anstelle des Elefantenschuhs bekamen.
Wir erledigten noch ein paar Wege in Melbourne und brachen dann am frühen Nachmittag auf, der Sonne entgegen.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ausdrücklich bei Thomas bedanken, welcher mir in Melbourne sehr geholfen hat. Danke Thomas.
Die Fahrt in unserem Luxusschlitten brachte uns schnell an die Südküste Australiens, der sogenannten Great Ocean Road.
Hier stellten wir uns auf einen Parkplatz am Strand um dort die Nacht zu verbringen.
Mit Bier und lauter Musik feierten wir, dass wir wieder unterwegs waren, denn kilometer von jeglicher Zivilisation entfernt konnten wir niemanden stören.
Am nächsten Morgen waren wir immernoch gut gelaunt, bis zu dem Moment in dem ich den Schlüssel im Zündschloß drehte; nichts.
Ich drehte erneut; wieder nichts.
Nichts, nichts, nichts.
Mit der inneren Ruhe eines Freibads in China im Sommer stieg ich aus dem Auto und schrie das böse K-Wort in Richtung Meer.
Wir hatten es scheinbar ein wenig mit der Musik übertrieben und dadurch die Batterie zu sehr belastet.
Wir hätten ohne Probleme den Hertz-Notruf wählen können und in windeseile wäre uns jemand zu Hilfe geeilt, leider befanden wir uns soweit im Nirgendwo dass wir beim besten Willen keinen Handyempfang hatten.
Zu allem Unglück regnete es auch noch aus Eimern.
Während Marvin das Auto bewachte, stapfte ich am Strand entlang zum nächstgelegen Dorf, wo ich mit allerlei Schwierigkeiten den Notruf kontaktieren konnte.
Gegen Mittag kam dann ein Service-Auto und gab uns eine kleine Starthilfe.
Die verlorene Zeit konnten wir zwar nichtmehr aufholen aber unser Zeitplan bot glücklicherweise sowieso genug Platz für Pausen und Störungen.
In den verbleibenden Stunden fuhren wir nach Warrnambool, einer kleinen Hafenstadt welche eigentlich wenig bekannt ist. Da es bald Nacht wurde und das Wetter mehr schlecht als recht war liessen wir die Attraktionen auf dem Weg hierher aus und planten am nächsten Tag einfach zurück zu fahren. In Warrnambool nächtigten wir erneut im Auto, diesmal ohne Musik, denn so einen Fehler wie in der vorherigen Nacht würde wir nicht wiederholen.
Am Morgen des folgenden Tages fuhren wir ein paar Kilometer zurück um uns die weltbrühmte Südküste Australiens anzusehen. Steile Felsformationen, starke Brandung und dürftige Vegetation prägen hier das Bild.
Die 12 Apostel, gehören von all diesen Formationen definitiv zu den bekanntesten.
Durch die starke Wellenbewegung und andere Verwitterung formten sich aus der Küstenmaße 12 einzelne Felsgebilde, von denen nur noch 9 klar erkennbar sind, welche nun mitten im Meer stehen und darauf warten zu zerfallen.
Am Ende des Tages brachten wir unseren Camry wieder an einem abgelegenen Strandparkplatz zum stehen.
Die folgende Pointe ist ziemlich offensichtlich, oder?
Am nächsten Morgen wollte unser Motor erneut nicht starten.
Da wir die Batterie während der letzten Fahrt mit Radio und anderen Sachen sehr beansprucht hatten und dann auf dem Parkplatz noch ein wenig Musik hörten, wiederholten wir gekonnt unseren Fehler vom vorletzten Tag.
Es war wiedereinmal ein älterer, freundlicher und hilfsbereiter Australier der uns diesmal aus der Klemme half.
Um im Zeitplan zu bleiben mussten wir an diesem tag nun wirklich eine große Strecke zurücklegen.
Die fast 900km bis zu unserem Ziel Adelaide legten wir noch am selben Tag zurück.
Hier verbrachten wir die nach auf einem Rastplatz in der Nähe der Stadt.
Den letzten verbleibenden Tag bis zu unserem Abflug aus Adelaide nutzen wir um die Stadt ein wneig zu erkunden.
Im Vergleich zu Sydney, Brisbane und Melbourne mussten wir leider feststellen dass uns Adelaide ganz und gar nicht gefiel, weder die Gebäude noch die Menschen hier machten einen einladenden Eindruck.
Zum letzten Mal verbrachten wir die Nacht im Toyota Camry auf einem Rastplatz.
Unser Flug am nächsten Morgen brachte uns ins Herz Australiens, nach Alice Springs.
Auch hier hatten wir uns ein Mietauto reserviert, einen Hyundai Getz.
Dieses Auto kann man wohl als den Bruder des Toyota Yaris, bezeichnen; platzsparend, schlicht und günstig.
Mit dem Quietschroten Auto traten wir dann die ungewöhnlichste fahrt unserer ganzen Reise an.
Von Alice Springs bis zum Wahrzeichen Australiens, dem Ayers Rock, oder auch Uluru, wie die Einheimischen sagen, waren es knapp 500 km, die unser Auto zurücklegen musste.
Durch die sengenden Hitze des Outbacks fuhren wir an unserem Ankunftstag die 460km bis zum Kings Canyon.
Leider erreichten wir unser Ziel erst nach Sonnenuntergang so dass eine Erkundung ziemlich unsinnig war.
Also gingen wir früh schlafen um den Sonnenaufgang im Kings Canyon miterleben zu können.
Diese erste Nacht war hart, denn die 40°C des Tages wurden in der Nacht schnell zu frostigen 10°C und in unserem Auto war es nicht wirklich wärmer.
Fröstelnd erwachten wir dann ein paar Stunden später um den Sonnenaufgang am Kings Canyon mitzuerleben.
Inmitten von Steilen Klippen, stellenweiser Vegetation und unwirklich erscheinenden Steingebilden färbten die ersten Sonnenstrahlen das Gestein in vielerlei bunte Farbtöne.
In einem 2 stündigen Fußmarsch kletterten, hüpften und wanderten wir auf und durch die Wände der Königs Schlucht.
Zurück am Parkplatz stiegen wir in unseren Hyundai um in der angebrochenen Mittagswärme des Outbacks in den Yulara National Park zu düsen.
Hier hielten wir zuerst bei den Kata Tjutas, oder auch Olgas genannt, einer Bergformation aus mehreren Runden Steinhügeln welche aussahen als wären sie aus Schokoladenkuchen gemacht.
Hier wanderten wir für ein paar Stunden durch das sogenannte Tal des Windes, welches einem die besten Punkte der Kata Tjutas zeigte.
Dann war es endlich soweit, in der Ferne konnte man schon seit längerem eine bekannte Form erkennen und pünktlich zum Sonnenuntergang kam unsere Australienreise endlich zu ihrem finalen Höhenpunkt.
Wir hatten es geschafft, nach fast 9 Monaten standen wir endlich vorm Ayers Rock, dem Uluru oder auch “Großer Stein der irgendwo in der Mitte Australiens liegt”.
Der Anblick war beeindruckend, dass empfanden bestimmt auch die anderen 1000 Menschen die gemeinsam mit uns den Sonnenuntergang betrachteten.
Nach dem es Nacht wurde parkten wir unser Auto im nahegelegenen Yulara Resort, welches der einzige “zivilisierte” Punkt im Umkreis von 300km war.
Am nächsten Morgen ging es dann nocheinmal früh raus.
Diesmal war es der Sonnenaufgang am Uluru, der uns und hunderte andere Beobachter in seinen Bann zog.
Anschliessend war mal wieder wandern angesagt.
Zuallererst standen wir jedoch vor einer schwierigen Entscheidung.
Vor einem Schild trafen wir dann einen leichtsinnigen Entschluß.
“Bitte nicht besteigen. Lebensgefahr.” stand auf dem Schild.
Jedem ist bestimmt klar was Marvin und ich taten.
Selbstverständlich kletterten wir auf den Ayers Rock.
Einzig unser Gewissen machte uns anfangs die Entscheidung schwer.
Der Berg ist offiziell immernoch im Besitz der Anangu, dem lokalen Eingeborenenstamm, welche in dem Stein heutzutage immernoch ein spirituelles und heiliges Gebiet sehen und daher nicht wollen das Fremde den Berg besteigen.
Dies scheint jedoch maßlose Übertreibung zu sein, wie wir später erfuhren.
Hauptsächlich möchten die Anangu eine Besteigung des Berges vermeiden, da sie sehr traurig wären, wenn Leute bei der Erklimmung verletzt werden oder sterben.
Wohlbehalten kamen wir nach 2 Stunden wieder unten an, also gab es für die Anangu keinen Grund zur Traurigkeit.
Nach der folgenden 3 stündigen Wanderung um den bekanntesten Fels Australiens, von der es nichts Spannendes zu berichten gibt, machten wir uns auf den Rückweg nach Alice Springs.
Zum letzten Mal schliefen wir in unserem roten Elefantenschuh, welcher mittlerweile sehr komfortabel geworden war.
Heute flogen wir dann in aller Ruhe von Alice Springs nach Sydney, wo wir uns nun im Palms Backpackers Hostel befinden.
Hier hatte vor fast 9 Monaten alles angefangen.
Morgen werden wir dann noch ein paar Wege erledigen und am 13.06 geht dann unser Flug nach Neuseeland.
Unsere Reise ist also noch nicht beendet.
Wir werden noch so einiges erleben und ich werde euch bestimmt noch so einiges zu Lesen bieten.
Bis dahin senden wir wie immer die besten und liebsten Grüße an die Heimat, macht’s gut, lasst’s euch gut gehen und bis zum nächsten mal