29.06 - Die Rückkehr der zwei Getürmten zu den Gefährten, oder so
Geschrieben in Allgemein am 29.06.2009 um 16:27 von danielDie Rückkehr der zwei Getürmten zu den Gefährten, oder so
Drei Ringe den Elbenkönigen hoch im Licht,
Sieben den Zwergenherrschern in ihren Hallen aus Stein,
Den Sterblichen, ewig dem Tode verfallen, neun,
Einer dem Dunklen Herrn auf dunklem Thron
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.
Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,
Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden
Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn
Ohne Probleme verlief unser Flug ins Land der Hobbits, Orks und Zauberer.
An einem der vielen Hafen Mittelerdes angekommen gelang es uns ohne unnötiges Aufsehen einen Wagen zu beschaffen mit welchem wir nun unsere beschwerliche Reise anzutreten wagten.
Im Schutz der Dunkelheit konnten wir am Ende unseres ersten Reisetages die Wetterspitze erreichen, wo auch schon die Gefährten des Rings Jahre vor uns ihr Lager aufschlugen.
Nach ein paar wohlverdienten Bechern des örtlichen Hopfengebräus legten wir uns im hinteren Teil des Wagens zur Ruh und schliefen bis zum Morgengrauen.
Von Kälte und Aufregung abgesehen konnten wir diese erste Nacht in Mittelerde ungestört verbringen.
Der nächste Morgen brachte eisigen Wind und Regen mit sich, dennoch schafften wir es zur Mittagszeit in Bruchtal anzukommen, wo wir noch die Überreste der Hobbithöhlen in Hobbingen vorfanden.
Alles schien schon vor vielen Jahren verlassen worden zu sein.
Die Behausungen waren nur noch schemenhaft zu erahnen und Tiere und Gärten schienen wie vom Erdboden verschluckt.
Von der alten Eiche, welche einst die Höhle der Beutlins überragte waren nur noch Bruchstücke zu finden und auch Beutelsend selbst war wie leergefegt.
Zu unserer Freude waren der Festplatz, mit seinem mächtigen Festbaum und dem Weiher unberührt.
Der Wind der Zeit schien diese Ecke Hobbingens verschont zu haben.
In dieser Nacht machte sich die Kälte des Winters zunehmend bemerkbar.
Als wir am folgenden Morgen aufbrachen setzte der erste Schnee ein.
In unserem Wagen über die Felder Mordors streifend, wurden wir dann von starken Schneestürmen überrascht, welche es uns nicht ermöglichten weiter ins Land der Schatten vorzudringen.
Einsam waren die Stunden in denen Marvin und ich nach Süden zogen.
In einem Tal, umgeben von steilen Felswänden machten wir zur Nacht Rast.
Die ersten Strahlen des Morgens verrieten uns dass wir uns in der Nähe des Lagers der Reiter Rohans befanden.
Von hier aus wanderten wir stundenlang, bis an den Pfad der Toten, wo Aragorn einst den Dienst des Heeres der Toten im Kampf gegen die dunkle Armee einforderte.
Erneut war unsere Fahrt einsam, bis zu einer Schlucht an der sich Menschen fröhlich um die Klippen des Anduin versammelten.
An diesem Punkt versperrte uns das Meer die Weiterreise.
Unter Einsatz aller Ressourcen schafften wir es von hier aus erneut bis nach Mordor.
Durch die schwarzen Tore fahrend, konnten die Dessauer Gefährten immer deutlicher schneebedeckte Gipfel in der Ferne erkennen.
Es war geschafft, nach Tagen der Verirrung, Kälte und Hopfengebräus, waren wir an unserem Ziel angekommen.
Wir hatten den Schicksalsberg erreicht.
Hallo erstmal, entschuldigt diesen seltsamen Bericht, aber in den letzten Tagen war unsere Reise tatsächlich von all diesen merkwürdigen Begriffen geprägt.
Für alle diejenigen unter euch, die mit dem “Herr der Ringe” nichts anfangen können, oder sich diesbezüglich kaum auskennen übersetz ich das Ganze mal.
Am 13.06 wurde es für Marvin und mich Zeit Australien (vorerst) zu verlassen.
Ein Flugzeug der Firma Quantas brachte uns diesmal nach Auckland Neuseeland, wo wir uns am Flughafen sofort ein Taxi in die Innenstadt bestellten.
Hier gingen wir in ein Büro des Unternehmens “WickedCampers” wo wir uns für fast 2 Woche einen Van gemietet hatten.
Und dort begann unser neuestes Abenteuer.
Neuseeland ist seit einigen Jahren besonders für eines ganz besonders bekannt und ich rede jetzt nicht vom “MataMata Fish&Chips Takeaway” wo man sieben Tage die Woche fast 1 Kilo Pommes für umgerechnet 3€ bekommt.
Vor beinahe 10 Jahren begann Peter Jackson hier die unvergleichlich erfolgreichen Filme zu “Der Herr der Ringe” zu drehen.
Für Leute die nichts Besseres zu tun haben als stundenlang in der Wildniss nach auffälligen Gesteinsformationen und Bäumen zu suchen ist es also eine Art Pflicht in Neuseeland jene Orte zu erkunden, welche Peter Jackson in seinen Filmen zu Mittelerde, der Welt des Herr der Ringe, verwandelte.
Was ich zu Beginn meines Berichtes schrieb stellt eigentlich bloß eine 13 tägige Fahrt von Auckland zum südlicher gelegenen Wellington, der Hauptstadt Neuseelands und wieder zurück dar.
Auf der Fahrt wird man am laufenden Band mit fantastischen Landschaften konfrontiert, welche für Marvin und mich teilweise fast unwirklich erscheinen.
Schafe, unendliche Hügellandschaften, saftige Weiden auf denen unzählige Schafe grasen, dschungelartige Wälder an steilen Felswänden, Schafe, schneebedeckte Berge und noch mehr Schafe prägen das Bild.
Die neuseeländische Landschaft ist unbeschreiblich abwechslungsreich und atemberaubend schön.
Leider ist alles voller Schafe.
Hier mal ein paar Fakten:
-in Neuseeland leben grob 4 Millionen Menschen
-in Australien leben grob 21 Millionen Menschen
im Vergleich dazu:
-in Neuseeland allein gibt es ungefähr 35 Millionen Schafe
Es ist hier wirklich keine Seltenheit 1000 Schafe aufeinmal zu sehen.
Schafe sind überall, ebenso ihre Spuren in welche man dann unwillkürlich reintritt.
Voller Freude über unseren ereignissreichen Aufenthalt kamen wir nach nicht ganz 2 Wochen wieder in Auckland am Flughafen an, wo es Zeit war diesen Abschnitt unserer Reise hinter uns zu lassen.
Ohne Probleme bestiegen wir einen Flieger zurück nach Australien, wo wir schon neue Pläne hatten.
Moment, ohne Probleme?
Nunja, das kann man so nicht ganz sagen, ein kleines Problem trat schon auf.
Am Flughafen angekommen wollten wir wie gewohnt an einem Schalter unsere Flugpässe entgegennehmen und uns dann wie üblich Richtung Abflughalle begeben, dafür hatten wir mehr als genug Zeit eingeplant.
Leider tauchten unsere Namen nicht auf der Passagierliste des Flugzeugs auf.
Wir hatten zwar unsere Flugtickets, aber aus einem nicht nachvollziehbaren Grund waren diese nichtmehr gültig.
Man klärte uns auf, dass die Reiseagentur, über welche wir den Flug buchten, unsere Reservierungen vor Kurzem wieder zurückgezogen hatte und wir daher offiziell nicht an Bord des Flugzeugs sein sollten.
Völlig entspannt (*Ironiealarm*) konnten wir dann aber mit den Mitarbeitern der Fluggesellschaft Quantas einen Weg finden, welcher uns letzten Endes doch noch nach Australien befördern sollte, zwar fielen wir etwa 15 Stunden hinter unseren Zeitplan, aber das tat nichts weiter zur Sache.
Unser Plan in Australien war nocheinmal unseren guten Freund und Retter Dwayne aus Cairns zu besuchen.
Für diejenigen die sich nicht erinnern, Dwayne war der nette junge Australier der uns kostenlos bei sich wohnen liess, als unser BuBu (das Ex-Ex-Ex-Ex-Auto) in Cairns einen mächtigen Schaden hatte.
Mittlerweile stolzer Vater, traf Dwayne uns am Flughafen in Cairns und nahm uns prompt mit zu sich nach Hause.
Alle wussten dass wir nicht wieder eine halbe Ewigkeit hier verbringen würden, daher gestalteten wir unser gemeinsames Wochenende mehr als umfangreich.
Zusammen mit Dwaynes Freunden, welche sich auch nur zu gut an uns erinnern konnten, feierten wir unsere Ankunft.
Am nächsten Tag nahm uns der junge Australier dann mit zu einem abgelegenen Fluß, wo wir in der Hitze Nord Queenslands versuchten Fische zu angeln.
Nur Marvin konnte ein beeindruckendes Exemplar ergattern, welches wir aber aufgrund unserer freundlichen Gesinnung wieder in die Freiheit entliessen.
Am Abend wurde dann wieder gefeiert.
Die anhaltende Hitze inspirierte Dwayne zu einer kleinen Rundfahrt durch die Umgebung. Nach kurzer Fahrt kamen wir am Lake Echam, westlich von Cairns an.
Der ehemalige Vulkankrater, welcher jetzt bis zum Rand mit kristallklarem Wasser gefüllt ist, verlockte uns zum plantschen.
Ein allerletztes Mal genossen wir die wunderbare Natur Australiens in vollsten Zügen.
Der folgende Tag stellte dann das endgültige Ende unserer Reise durch Australien dar.
Schweren Herzens brachte Dwayne uns zum Flughafen, wo uns ein Flug erwartete auf den wir uns schon seit Monaten heiss und innig gefreut hatten.
Mit dem Vorhaben uns eines Tages in Deutschland wieder zutreffen nahmen wir Abschied von Dwayne, seiner Freundin Samantha und seinem Sohn Zander.
So kam es dass die deutschen Gefährten einen Flug antraten, welcher ihr Leben für immer verändern würde.
Fortsetzung folgt…