Archiv für ‘Brisbane’ Category

04.03.09 - Piraten im Rausch der Tiefe

Meine Güte ist in den letzten Tagen wieder viel passiert. Dieser Bericht erreicht euch aus Brisbane, aber spielen wird er in dem 1200km entfernten örrtchen Cairns und sogar noch ein bisschen weiter weg.
Wie im vorherigen Eintrag erwähnt hatten wir noch eine wichtige Aufgabe in Cairns zu erledigen und davon sollen die folgenden Worte nun handeln.
Wer sich ein wenig mit der geografie Australiens auskennt weiss bestimmt dass wir uns schon seit Ewigkeiten in der Nähe des weltberühmten Great Barrier Reefs befinden. Nun kann man diese Sehenswürdigkeit bei dieser Gelegenheit natürlich nicht auslassen, also mussten wir uns überlegen ,wie wir am besten einen Einblick in das größte Riff der Welt bekommen könnten. Um einen idealen Eindruck von der Schönheit dieser Unterwasserwelt erhalten zu können gab es nur eine Möglichkeit; Tauchen. Dazu war erstmal ein Tauchkurs nötig, aber dieser liess sich perfekt mit unseren Plänen verbinden.
Im CDC, dem Cairns Dive Centre, buchten wir einen 5 tägigen Tauchkurs. Die ersten beiden Tage waren vollgestopft mit Theorie und Praxisübungen im Pool. Bas, unser holländischer Tauchlehrer, verstand es uns das nötige Basiswissen mit viel Spaß und Witz beizubringen. Am Ende des zweiten Tages stand unsere theoretische Prüfung an. Die 50 Fragen konnten wir lächelnd beantwortend, denn wie man es von uns gewohnt ist, waren wir hervorragend vorbereitet. In jedem Fall bestanden wir beide ohne Probleme.
Am dritten Tag schuf Gott das Wasser und wir wollten sehen ob es gut war. Um 8 Uhr morgens fanden sich Marvin und ich mit unserer “Mitschülerin” Marushla und Bas im Hafen von Cairns ein. Mit einem kleinen Boot fuhren wir stundenlang auf den offenen Ozean zu. Während der Fahrt erläuterte uns Bas den genauen Ablauf der nächsten Tage.
Gegen Mittag erreichten wir die “Kangaroo Explorer”, ein kleines Kreuzfahrtschiff, auf dem wir für 3 Tage über das Riff fahren würden. Der Sicherheitseinweisung konnten wir nur schwer folgen, denn unser Interesse galt hauptsächlich dem was sich unter uns befand. Endlich erlaubte uns Bas in unsere Stingersuits zu schlüpfen. Hierbei handelt es sich um spezielle Tauchanzüge, welche einen vor Quallenstichen schützen sollen, denn zu dieser Jahreszeit gibt es gemeine winzigkleine Quallenbiester im Great Barrier Reef, deren Stich sogar tödlich enden kann. Sicherheit zuerst! Die Anzüge waren alles andere als modisch, aber es kam wie gesagt auf den Nutzen an.
Schnell noch Taucherbrille, mit Schnorchel und Schwimmfloßen geschnappt und schon sollte es losgehen.
Moment! Wo war die Tauchausrüstung? Keine Sauerstoffflasche? Kein Tiefenmesser? Kein kleiner nutzloser Nippel den man durch die Lasche ziehen muss?
Zuallererst war ein Schnorchelausflug auf dem Plan. Hätte ich Bas doch bloß zugehört.
Eine Viertelstunde schwammen wir an der Oberfläche des Pazifischen Ozeans, den Blick stehts nach unten gerichtet. Das war ziemlich fischreich. (diese schöne Aussage hat Marvin beigetragen)
Zurück an Bord gab es ersteinmal Mittagessen. So reichlich und gesund hatten wir uns schon lange nichtmehr ernährt.
Dann war es endlich soweit. Wieder in die Stingersuit geschlüpft, bekamen wir unsere Ausrüstung zugewiesen.
Nach doppelter Überprüfung unserer Ausrüstung, wurde noch schnell der Nippel durch die Lasche gezogen und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben gedreht. Dann erschien darauf ein Pfeil und da drückten wir dann drauf. Und schon kam da irgndwo Luft raus.
Voller Enthusiasmus hüpften wir erneut ins Meer. Internationales OK-Zeichen geben! Nachdem sich unsere kleine 4-Personen Gruppe zusammengefunden hatten machten wir uns bereit zum Abtauchen. Tauchpartner im Auge behalten! Tiefer und Tiefer ging es hinab. Druck auf den Ohren ausgleichen! Schnell erreichten wir den 11 Meter tiefergelegenen Meeresboden. Niemals aufhören zu Atmen! Umgeben von farbenfrohen Korallen und Fischen fanden wir uns in mitten einer fantastischen Welt wieder, welche wir zuvor nur von oberhalb betrachten konnten. Tauchcomputer beobachten! Zuallererst ging Bas mit uns sämtliche Basisfähigkeiten durch; Tauchbrille und Ausrüstung ab- und anlegen, Unterwasserkommunikation, Orientierung und Notfallverhalten. Ruhig und entspannt bleiben! Die 30 Minuten vergingen in windeseile und so war es auch schon wieder Zeit an die Wasseroberfläche zurückzukehren. Niemals zu schnell auftauchen! Oben angekommen wurden wir ersteinmal ausführlich von Bas gelobt und beglückwünscht. Diese Prozedur durchliefen wir noch 2 weitere Mal an diesem Tag.
Zwischendurch vertrieben wir uns die Zeit mit Essen und entspannen.
Am nächsten Morgen weckte uns Bas mehr oder weniger sanft um halb 6 morgens. Verschlafen und hungrig starteten wir um 6 Uhr einen neuen Tauchtag. Während die Unterwasserwelt um uns herrum langsam erwachte, übten wir letztmalig die benötigten Fähigkeiten. 2 Stunden und 1 ausgiebiges Frühstück später traten wir dann zum wichtigsten Tauchgang dieses Tages an. Unsere Zertifizierung verlief simpel und schnell. Bas führte uns erst eine Weile durch die Korallenformationen des Great Barrier Reefs, bis wir dann auf einem abgelegenen Plätzchen unser Können unter Beweis stellen durften. Noch unter Wasser bekamen wir dann unsere offiziellen Tauchscheine in die Hand gedrückt und durften von nun an selbst auf Entdeckungstour gehen. Aber ersteinmal mussten wir wieder an die frische Luft. An Deck der Kangaroo Explorer überlegten Marvin und Ich, gemeinsam mit Bas, eine geeignete Route unter Wasser welche für unseren ersten selbstständigen Tauchgang angemessen wäre. Endlich war es soweit, wir arbeiteten gut als Team zusammen und konnten unsere Freiheit unter Wasser in vollen Zügen geniessen. Zwischen Haien, Schildkröten und anderen Riffbewohnern gingen wir auf Entdeckungstour. Zurück in den trockenen Gefilden unseres Schiffes waren wir ziemlich stolz auf uns und beobachteten voller Spaß die Tauchschüler die ihre Zertifikation noch vor sich hatten.
Gegen 7 Uhr Abends kam es dann zu einem weiteren Höhepunkt unseres Ausflugs.
In einer etwa 10 Mann starken Gruppe ging es zum Nachttauchen. Die Tour in der Dunkelheit, nur mit einer Taschenlampe bewaffnet, machte uns leider nicht so viel Freude, denn man war mehr damit beschäftigt den Mittauchern auszuweichen als das Riff zu betrachten. Am nächsten Tag folgten noch 2 selbstständige Tauchgänge und eine Schnorcheltour in der wir das Riff zum vorerst letzten mal begutachten konnten.
Nach dem umfangreichen Mittagessen hiess es dann Abschiednehmen von der Kangaroo Explorer und all dem was sich unter dem Schiff befand.
Diese Nacht verbrachten wir nocheinmal in Cairns und am nächsten Morgen fuhren wir endlich, gemeinsam mit unseren Zittauer Freunden, gen Süden.
In Airlie Beach hielten wir dann, denn dort wartete schon unsere nächste Aufgabe auf uns.
Unmittelbar nach unserer Ankunft statteten wir einem Reisebüro einen kleinen Besuch ab und nicht ganz 24 Stunden später waren wir auch schon an Bord der Habibi. Einem kleinen Segelschiff, mit welchem wir für die nächsten 2 Tage die Whitsunday Islands erkunden würden.
Unter ihnen auch den Whitehaven Beach, welcher als der weisseste Strand der Erde zählt.
Die 2 Tage vergingen sehr schnell. Gelegentliche Schnorchelgänge, bei denen wir leider nur wenig von der Schönheit des Great Barrier Reefs erleben konnten, dürftige Verpflegung (das Essen war gut, aber zu wenig) und eine Crew die wenig am Wohl ihrer Gäste interessiert zu sein schien prägten den Tagesablauf.
Rückblickend war die Tour durch die wunderschönen Sonnenauf- und Untergänge, die klare Sicht auf Millionen von Sternen in der Nacht und natürlich den Besuch am weissesten Strand der Welt ein voller Erfolg.
Zurück an Land stiegen wir wieder mit unseren Zittauern in BuBu und fuhren weiter in südlich Richtung.
Vorerst hielten wir wieder in Bundaberg, wo wir erneut ein wenig Geld verdienen wollte, leider bekamen wir in windeseile zu verstehen dass es mit Landarbeit zur Zeit sehr schlecht aussähe. Ohne Job wollten wir das kleine Örtchen natürlich schnellstmöglich verlassen. Erneut machte uns BuBu einen Strich durch die Rechnung. Durch ein Loch in einem der Kühlschläuche verloren wir unser gesamtes Kühlwasser. Mitten in der Stadt warteten 4 verzweifelte Backpacker darauf dass der Verkehr auf der Hauptstraße weniger wird und wir unseren kleinen Liebling auf einen Campingplatz schieben konnten. Am nächsten Morgen konnten wir das Problem gekonnt selbst beheben, wodurch wir weniger Zeit als erwartet verloren. So nahmen wir unsere Reise in den Süden wieder auf.
Die Fahrt endete, wie bereits erwähnt, in Brisbane, wo wir uns nun seit einigen Tagen auf Arbeitssuche befinden. Leider bisher ohne großen Erfolg, die Weltwirtschaftskrise ist unserer Jobsuche leider nicht zuträglich. Dennoch sind wir immernoch zuversichtlich bald von Erfolgen berichten zu können.

bis dahin senden wir aber erstmal wieder liebe und schöne Grüße in die Heimat und hoffen dass ihr uns die Daumen drückt

 

30.10.08 - Nicht viel los

Guten Tag, G’Day, Bon Jour, Buenos Dias und Ni Hau,

so etwa hört sich das hier auf dem Zeltplatz an, auf dem Marvin und Ich uns grad befinden.
Um genau zu sein handelt es sich um den selben Zeltplatz, auf dem wir auch vor genau einer Woche mit Pierre und Marcel waren.
Nachdem wir uns von den beiden getrennt hatten zogen wir, wie bereits gesagt, ins Brisbane Backpackers Resort ein. Daran gab es soweit auch nichts auszusetzen, wir hatten nette Mitbewohner im Zimmer, die Mitarbeiter waren sehr freundlich und jeden Abend lernte man neue interessante Menschen kennen mit denen man sich gut auf deutsch, englisch oder ähnlichem unterhalten konnte.
Leider war das Hostel nicht allzu günstig, daher entschlossen wir uns vorerst zurück auf den Zeltplatz zu wechseln. Und eigentlich ist es hier gar nicht übel, denn diesmal ist unser Zelt besser gelegen.
Hier hat man alles was man braucht, Ruhe, Strom, Sanitäranlagen und sogar eine kleine Küche.
Über die Halloween-Feiertage werden wir es hier sehr gut aushalten können.
In den letzten Tagen ist bei uns nicht grad viel passiert, daher kann ich jetzt kaum etwas berichten.
Abgesehen von 2 Ereignissen die wir im Hostel erlebten, denn dort scheint in einer gewissen Regelmässigkeit immer etwas los zu sein, wie uns auch andere Backpacker berichteten. In unserer ersten Nacht dort wurde gegen halb 2 der Feueralarm ausgelöst und das Hostel wurde evakuiert. Die Feuerwehr ist leider umsonst ausgerückt, denn es stellte sich herraus dass nur ein paar betrunkenen Footballer mit einem Feuerlöscher gespielt hatten und damit den Rauchmelder aktivierten.
2 Nächte später saßen wir in unserem Zimmer als man plötzlich ein lautes Quietschen, gefolgt von einem großen Knall vernahmen. Alle sprangen auf und liefen auf dem balkon, von wo aus man sehen konnte dass ein armer Backpacker in ein stehendes Auto gekracht war, sich dann drehte und noch ein weiteres Auto erwischte.
Leider waren wir danach nur noch 1 Nacht da, so dass wir nicht beobachten konnten ob sich tatsächlich in jeder 2. Nacht im Hostel etwas Spannendes ereignete.
Das waren auf jeden Fall die Höhepunkte unserer letzten Tage.
Heute werden wir das bunte Halloweentreiben in Brisbane beobachten und dann zusehen dass wir endlich mal zu Potte kommen.
bis dahin wie immer liebe Grüße an euch alle

 

30.10.08 - Dessauer vereint

Guten Abend liebe Leute in der Heimat,
nach langer Internetabstinenz kommt nun endlich ein kleiner, feiner Bericht aus Tralien. Wie schon im letzten Bericht erwähnt war unser Reiseweg in den letzten Tagen identisch mit dem von Pierre und Marcel, unseren Freunden aus Dessau.
Einige Stunden nachdem ich die letzten Zeilen auf unsere Homepage getippt hatte, trafen wir uns auch schon mit den beiden an ihrem Auto. Backpacker und Gepäck ins Auto geladen konnte die Reise auch schon losgehen…nicht.
Jeder musste natürlich noch Erledigungen machen, Marvin und ich versorgten uns im nächsten Aldi-Markt mit leckeren Delikatessen (Toastbrot, Billigkäse und Choco Pops) während sich unsere beiden Chauffeure spontan eine Gitarre zulegten die von nun an ständig in Gebrauch war.
Anfänglich war unser Ziel lediglich auf Queensland ausgerichtet, aber schnell wurde klar dass unsere Fahrt in das etwa 900 km entfernte Brisbane führen würde. Im Lonely Planet, einem Reiseführer der für jeden Backpacker Gold wert ist, schauten wir dann nach interessanten Sehenswürdigkeiten die man auf dem Weg nach Brisbane anschauen sollte.
So ergaben sich knapp 2000 km, die wir selbstverständlich nicht an einem Tag bewältigen könnten.
Ruhe und Gemütlichkeit war angesagt.
Unsere erste Etappe endete in Port Macquarie, einer kleinen Stadt direkt am Pazifischen Ozean in der wir ins Ozzie Pozzie Backpackers Hostel einzogen. Hier machte man uns auf eine Sehenswürdigkeit aufmerksam, die sich unsere kleine Gruppe nicht entgehen lassen wollte.
Um diese Attraktion völlig auskosten zu können war es jedoch nötig eine weitere Nacht im Ozzie Pozzie zu bleiben. Gesagt, getan, wie ich zu schreiben pflege.
Am 20.10.08 standen die eisenharten Dessauer sehr früh auf…um 8 Uhr.
Ein kleiner Spaziergang zum Hafen und schon sahen wir uns mit einem Jetboot konfrontiert welches ursprünglich vom australischen Militär benutzt wurde. Natürlich wurde es aber längst zweckentfremdet.
“Wofür?” wird sich der Leser fragen.
“Dafür!” wird Daniel antworten.
Mit Gummijacken und Rettungswesten ausgestattet nahmen wir in dem kleinen Boot Platz.
Marvin und ich ganz vorne am Bug während es sich Marcel und Pierre weiter hinten “gemütlich” machten.
Langsam tuckerete das Gummiboot aus dem Hafen, bis zu einer kleinen roten Markierungsboje. Von hier an gab der Steuermann Zunder, Marvin und ich wurden durch die Wucht mit der das Boot über die Wellen sprang, hin und her geschleudert und unsere beiden Freunde hinter uns wurden bestens vom Wasser durchnässt.
Nach etwa 10 Minuten stoppte das Boot. Die Wellen, die unser kleines Boot schauckelten, waren das einzige was ein Geräusch verursachte. Alle Passagiere blickten aufs Meer hinaus. Dann geschah etwas, was wohl niemand der Anwesenden so schnell vergessen wird. Ein großer dunkler Rücken erhob sich aus dem Meer und tauchte langsam wieder ab. Wenige Meter daneben tauchte ein weiterer Buckel auf und ab. Wir 4 Dessauer (und natürlich noch ein paar andere Leute) waren nur wenige Meter von den sogenannten sanften Riesen des Meeres, den Walen entfernt.
Unser Whale-Watching-Ausflug hatte tatsächlich Erfolg, ein kleines Walkalb und die beiden dazugehörigen großen Waleltern schwammen direkt an uns vorbei und an uns vorbei. Gelegentlich sah man gewaltige Rücken und Schwanzflossen aus dem Meer ragen und auch einige Sprünge konnte man beobachten. Ich denke ich spreche für den Großteil der Anwesenden wenn ich sage dass dieser Anbick einfach atemberaubend war.
Nachdem wir das Schauspiel etwa eine halbe Stunde genossen hatten düste unser Boot wieder Richtung Bucht.
Auch wenn wir das Jetboot völlig durchnässt und durchgeschüttelt verliessen, hat sich diese Tour in meinen Augen mehr als gelohnt. Zu dieser Fahrt gab es eine weitere Bootstour gratis dazu, die wir natürlich auch mitmachten, Ausgerüstet mit ein wenig Bier schipperten wir auf einem kleinen “Party-Boot” knapp 1 Stunde an einer Wohnsiedlung von Port Macquarie vorbei, wo erstaunlich viele Grundstücke zum Verkauf angeboten wurden.
Zum Glück war die Fahrt umsonst, sonst hätten wir uns das echt sparen können.
Zurück im Hostel liessen wir den Tag mit dem Rest Bier, Wein und Gesprächen mit den anderen Hostelgästen ausklingen.
Am nächsten Morgen stiegen wir dann wieder samt Gepäck ins Auto um zu unserem nächsten Etappenziel, Coffs Harbour, zu fahren.
Auf dem Weg dahin nahmen wir einen etwas größeren Umweg in Kauf um uns in Amidale die Wollomombi Falls anzusehen. Diese Wasserfälle gehören zu den höchsten und schönsten in ganz Australien.
Leider spielte uns das Wetter nicht so recht mit, in den vorherigen Wochen war es sehr warm und trocken in der umliegenden Region und am Tag unserer Ankunft regnete es recht penetrant, wodurch der Wasserfall eher dürftig Wasser fallen liess und wir auch sonst nicht grad viel Spaß an unserer Besichtigung hatten.
Am Abend kamen wir dann in Coffs Harbour an, wo wir nur für eine Nacht im Aussitel Backpackers Hostel schliefen. Für uns gab es auf die schnelle nicht viel sehenswertes in Coffs Harbour, daher beschlossen wir nach einem kurzen Stopp beim Strand weiterzufahren.
Eigentlich entspricht das nicht ganz der Wahrheit, eine Sehenswürdigkeit gab es schon, eine sehr bedeutsame Attraktion, von der ich behaupten kann dass sie mich für die weitere Zeit in Australien sehr inspiriert hat.
Die Rede ist von der “Großen Banane”.
Die Region um Coffs Harbour ist seit vielen Jahrzehnten ein bedeutsamer Bananenlieferant für ganz Australien, daher dachte man sich im Jahre 1974 man müsste um eine kleine Bananenplantage einen Kinderspielplatz, einen Aussichtsturm und einen Souvenirladen. Dazu kam noch etwas, ein Wahrzeichen von weitreichender Bedeutung, eine etwa 11m lange Kunststoffbanane, die “Große Banane”.
Selbstverständlich klingt das jetzt wenig spektakulär, aber einige Australier sahen darin scheinbar eine Art Kunst, die weitergeführt werden muss, wodurch man nun über 50 “Große Dinge” bestaunen kann die sich über ganz Australien verstreuen.
Hierzu zählen Sachen wie “der Große Tacker”, “das Große Huhn”, “die Große Rumflasche”, “der Große Goldgräber”, “der Große Schotte”, “das Große Schauckelpferd” und viele weitere große Sachen.
Ich habe es mir nun zur Mission gemacht möglichst viele dieser Dinge zu besuchen.
Nach diesem großen Erlebniss fuhren wir weiter Richtung Norden, durch den kleinen Ort Ballina, wo ich “die Große Languste” bestaunen konnte bis nach Byron Bay, einer der schönsten Strandgebiete in Australien.
Hier verbrachten wir die folgenden 2 Nächte im Backpackers Inn, einem Hostel dessen Garten nur etwa 20 Meter vom Strand entfernt liegt. Wir verbrachten wenig Zeit im Zimmer, dafür umso mehr Zeit an den kilometerweitern, weissen Stränden. Das wir hierher definitiv zurückkehren werden war bei der Abfahrt wohl jedem klar.
Die letzte Etappe war angebrochen. Gemütlich fuhren wir Richtung Brisbane, bis Marcel plötzlich (nicht unerwartet) rechts abbog und wir erneut einen Umweg fuhren. Wer sich ein wenig mit der australischen Geographie auskennt könnte ahnen was wir anpeilten, alle anderen müssen sich noch einen Satz gedulden.
Durch dichte Wälder und über hohe Berge führte uns eine gut betonierte Straße bis an einen Ort den wir bisher nur aus Erzählungen kannten.
Nimbin; ein kleines Hippiedorf (eigentlich nur eine einzige Straße) in dem Alkoholkonsum gesetzlich verboten ist und jeder Einwohner bemüht ist den Touristen selbstgebackene Plätzchen zu verkaufen. Ich finde das kann man ruhig gesehen haben. Selbstverständlich schauten wir uns hier nur ein wenig um und fuhren dann brav weiter.
Als wir dann gegen Abend endlich Brisbane erreichten stellten wir uns selbst vor eine schwierige Frage, entweder durch Brisbane irren, auf der schwierigen Suche nach einem Hostel in dem wir unterkommen können oder auf einen Carraven Park gehen, dort einfach unser Zelt aufbauen und…
In dem Moment war es auch schon beschlossen. Die nette ältere Dame an der Rezeption begrüßte uns sehr freundlich und gab uns einen günstigen und guten Platz auf ihrem Campinggelände.
Während ich mir mit Marvin das Zelt teilte, schliefen Marcel und Pierre in ihrem Auto.
So verbrachten wir die Nächte von Freitag bis Sonntag und schauten uns zwischenzeitlich ein wenig in Brisbane um.
Am Sonntag war es dann soweit, wir checkten am Zeltplatz aus und trennten uns wieder von unseren Dessauer Freunden. Nun waren Marvin und ich wieder allein.
Aber natürlich hatten wir das alles geplant, so dass wir direkt mit dem Bus zu einem nahe gelegenen Hostel fuhren, wo man uns sehr unfreundlich mitteilte dass man keinen Platz für uns frei hat.
Zum Glück sah es ein paar Meter weiter schon wieder besser aus, so dass wir in das Brisbane Backpackers Resort eincheckten.
Hier endet vorerst meine kleine Erzählung, denn mein rechter kleine Finger ist eingeschlafen und ich werde es ihm nun gleichtuen.
bis demnächst, viele liebe Grüße an alle die das lesen und an alle denen davon erzählt wird
so far…