04.03.09 - Piraten im Rausch der Tiefe
Geschrieben in Brisbane am 04.03.2009 um 09:32 von danielMeine Güte ist in den letzten Tagen wieder viel passiert. Dieser Bericht erreicht euch aus Brisbane, aber spielen wird er in dem 1200km entfernten örrtchen Cairns und sogar noch ein bisschen weiter weg.
Wie im vorherigen Eintrag erwähnt hatten wir noch eine wichtige Aufgabe in Cairns zu erledigen und davon sollen die folgenden Worte nun handeln.
Wer sich ein wenig mit der geografie Australiens auskennt weiss bestimmt dass wir uns schon seit Ewigkeiten in der Nähe des weltberühmten Great Barrier Reefs befinden. Nun kann man diese Sehenswürdigkeit bei dieser Gelegenheit natürlich nicht auslassen, also mussten wir uns überlegen ,wie wir am besten einen Einblick in das größte Riff der Welt bekommen könnten. Um einen idealen Eindruck von der Schönheit dieser Unterwasserwelt erhalten zu können gab es nur eine Möglichkeit; Tauchen. Dazu war erstmal ein Tauchkurs nötig, aber dieser liess sich perfekt mit unseren Plänen verbinden.
Im CDC, dem Cairns Dive Centre, buchten wir einen 5 tägigen Tauchkurs. Die ersten beiden Tage waren vollgestopft mit Theorie und Praxisübungen im Pool. Bas, unser holländischer Tauchlehrer, verstand es uns das nötige Basiswissen mit viel Spaß und Witz beizubringen. Am Ende des zweiten Tages stand unsere theoretische Prüfung an. Die 50 Fragen konnten wir lächelnd beantwortend, denn wie man es von uns gewohnt ist, waren wir hervorragend vorbereitet. In jedem Fall bestanden wir beide ohne Probleme.
Am dritten Tag schuf Gott das Wasser und wir wollten sehen ob es gut war. Um 8 Uhr morgens fanden sich Marvin und ich mit unserer “Mitschülerin” Marushla und Bas im Hafen von Cairns ein. Mit einem kleinen Boot fuhren wir stundenlang auf den offenen Ozean zu. Während der Fahrt erläuterte uns Bas den genauen Ablauf der nächsten Tage.
Gegen Mittag erreichten wir die “Kangaroo Explorer”, ein kleines Kreuzfahrtschiff, auf dem wir für 3 Tage über das Riff fahren würden. Der Sicherheitseinweisung konnten wir nur schwer folgen, denn unser Interesse galt hauptsächlich dem was sich unter uns befand. Endlich erlaubte uns Bas in unsere Stingersuits zu schlüpfen. Hierbei handelt es sich um spezielle Tauchanzüge, welche einen vor Quallenstichen schützen sollen, denn zu dieser Jahreszeit gibt es gemeine winzigkleine Quallenbiester im Great Barrier Reef, deren Stich sogar tödlich enden kann. Sicherheit zuerst! Die Anzüge waren alles andere als modisch, aber es kam wie gesagt auf den Nutzen an.
Schnell noch Taucherbrille, mit Schnorchel und Schwimmfloßen geschnappt und schon sollte es losgehen.
Moment! Wo war die Tauchausrüstung? Keine Sauerstoffflasche? Kein Tiefenmesser? Kein kleiner nutzloser Nippel den man durch die Lasche ziehen muss?
Zuallererst war ein Schnorchelausflug auf dem Plan. Hätte ich Bas doch bloß zugehört.
Eine Viertelstunde schwammen wir an der Oberfläche des Pazifischen Ozeans, den Blick stehts nach unten gerichtet. Das war ziemlich fischreich. (diese schöne Aussage hat Marvin beigetragen)
Zurück an Bord gab es ersteinmal Mittagessen. So reichlich und gesund hatten wir uns schon lange nichtmehr ernährt.
Dann war es endlich soweit. Wieder in die Stingersuit geschlüpft, bekamen wir unsere Ausrüstung zugewiesen.
Nach doppelter Überprüfung unserer Ausrüstung, wurde noch schnell der Nippel durch die Lasche gezogen und mit der kleinen Kurbel ganz nach oben gedreht. Dann erschien darauf ein Pfeil und da drückten wir dann drauf. Und schon kam da irgndwo Luft raus.
Voller Enthusiasmus hüpften wir erneut ins Meer. Internationales OK-Zeichen geben! Nachdem sich unsere kleine 4-Personen Gruppe zusammengefunden hatten machten wir uns bereit zum Abtauchen. Tauchpartner im Auge behalten! Tiefer und Tiefer ging es hinab. Druck auf den Ohren ausgleichen! Schnell erreichten wir den 11 Meter tiefergelegenen Meeresboden. Niemals aufhören zu Atmen! Umgeben von farbenfrohen Korallen und Fischen fanden wir uns in mitten einer fantastischen Welt wieder, welche wir zuvor nur von oberhalb betrachten konnten. Tauchcomputer beobachten! Zuallererst ging Bas mit uns sämtliche Basisfähigkeiten durch; Tauchbrille und Ausrüstung ab- und anlegen, Unterwasserkommunikation, Orientierung und Notfallverhalten. Ruhig und entspannt bleiben! Die 30 Minuten vergingen in windeseile und so war es auch schon wieder Zeit an die Wasseroberfläche zurückzukehren. Niemals zu schnell auftauchen! Oben angekommen wurden wir ersteinmal ausführlich von Bas gelobt und beglückwünscht. Diese Prozedur durchliefen wir noch 2 weitere Mal an diesem Tag.
Zwischendurch vertrieben wir uns die Zeit mit Essen und entspannen.
Am nächsten Morgen weckte uns Bas mehr oder weniger sanft um halb 6 morgens. Verschlafen und hungrig starteten wir um 6 Uhr einen neuen Tauchtag. Während die Unterwasserwelt um uns herrum langsam erwachte, übten wir letztmalig die benötigten Fähigkeiten. 2 Stunden und 1 ausgiebiges Frühstück später traten wir dann zum wichtigsten Tauchgang dieses Tages an. Unsere Zertifizierung verlief simpel und schnell. Bas führte uns erst eine Weile durch die Korallenformationen des Great Barrier Reefs, bis wir dann auf einem abgelegenen Plätzchen unser Können unter Beweis stellen durften. Noch unter Wasser bekamen wir dann unsere offiziellen Tauchscheine in die Hand gedrückt und durften von nun an selbst auf Entdeckungstour gehen. Aber ersteinmal mussten wir wieder an die frische Luft. An Deck der Kangaroo Explorer überlegten Marvin und Ich, gemeinsam mit Bas, eine geeignete Route unter Wasser welche für unseren ersten selbstständigen Tauchgang angemessen wäre. Endlich war es soweit, wir arbeiteten gut als Team zusammen und konnten unsere Freiheit unter Wasser in vollen Zügen geniessen. Zwischen Haien, Schildkröten und anderen Riffbewohnern gingen wir auf Entdeckungstour. Zurück in den trockenen Gefilden unseres Schiffes waren wir ziemlich stolz auf uns und beobachteten voller Spaß die Tauchschüler die ihre Zertifikation noch vor sich hatten.
Gegen 7 Uhr Abends kam es dann zu einem weiteren Höhepunkt unseres Ausflugs.
In einer etwa 10 Mann starken Gruppe ging es zum Nachttauchen. Die Tour in der Dunkelheit, nur mit einer Taschenlampe bewaffnet, machte uns leider nicht so viel Freude, denn man war mehr damit beschäftigt den Mittauchern auszuweichen als das Riff zu betrachten. Am nächsten Tag folgten noch 2 selbstständige Tauchgänge und eine Schnorcheltour in der wir das Riff zum vorerst letzten mal begutachten konnten.
Nach dem umfangreichen Mittagessen hiess es dann Abschiednehmen von der Kangaroo Explorer und all dem was sich unter dem Schiff befand.
Diese Nacht verbrachten wir nocheinmal in Cairns und am nächsten Morgen fuhren wir endlich, gemeinsam mit unseren Zittauer Freunden, gen Süden.
In Airlie Beach hielten wir dann, denn dort wartete schon unsere nächste Aufgabe auf uns.
Unmittelbar nach unserer Ankunft statteten wir einem Reisebüro einen kleinen Besuch ab und nicht ganz 24 Stunden später waren wir auch schon an Bord der Habibi. Einem kleinen Segelschiff, mit welchem wir für die nächsten 2 Tage die Whitsunday Islands erkunden würden.
Unter ihnen auch den Whitehaven Beach, welcher als der weisseste Strand der Erde zählt.
Die 2 Tage vergingen sehr schnell. Gelegentliche Schnorchelgänge, bei denen wir leider nur wenig von der Schönheit des Great Barrier Reefs erleben konnten, dürftige Verpflegung (das Essen war gut, aber zu wenig) und eine Crew die wenig am Wohl ihrer Gäste interessiert zu sein schien prägten den Tagesablauf.
Rückblickend war die Tour durch die wunderschönen Sonnenauf- und Untergänge, die klare Sicht auf Millionen von Sternen in der Nacht und natürlich den Besuch am weissesten Strand der Welt ein voller Erfolg.
Zurück an Land stiegen wir wieder mit unseren Zittauern in BuBu und fuhren weiter in südlich Richtung.
Vorerst hielten wir wieder in Bundaberg, wo wir erneut ein wenig Geld verdienen wollte, leider bekamen wir in windeseile zu verstehen dass es mit Landarbeit zur Zeit sehr schlecht aussähe. Ohne Job wollten wir das kleine Örtchen natürlich schnellstmöglich verlassen. Erneut machte uns BuBu einen Strich durch die Rechnung. Durch ein Loch in einem der Kühlschläuche verloren wir unser gesamtes Kühlwasser. Mitten in der Stadt warteten 4 verzweifelte Backpacker darauf dass der Verkehr auf der Hauptstraße weniger wird und wir unseren kleinen Liebling auf einen Campingplatz schieben konnten. Am nächsten Morgen konnten wir das Problem gekonnt selbst beheben, wodurch wir weniger Zeit als erwartet verloren. So nahmen wir unsere Reise in den Süden wieder auf.
Die Fahrt endete, wie bereits erwähnt, in Brisbane, wo wir uns nun seit einigen Tagen auf Arbeitssuche befinden. Leider bisher ohne großen Erfolg, die Weltwirtschaftskrise ist unserer Jobsuche leider nicht zuträglich. Dennoch sind wir immernoch zuversichtlich bald von Erfolgen berichten zu können.
bis dahin senden wir aber erstmal wieder liebe und schöne Grüße in die Heimat und hoffen dass ihr uns die Daumen drückt