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11.06 - Von Wüste und Meer (und mehr)

G’day mates.

Alles hat ein Ende, das gilt auch für die Zeit in welcher eure beiden abenteuerlustigen Dessauer voneinander getrennt waren.
Marvin verbrachte seine Tage mit Webseitenprogrammierung und ich erstellte fleißig Statistiken.
Und ehe wir uns versahen kreuzten sich unsere Wege erneut, in Melbourne.
Hier reservierten wir uns ein kleines Mietauto bei der Firma Hertz, welches uns auf unseren geplanten Wegen begleiten sollte.
Die Wahl fiel auf einen Toyota Yaris, ein kleines, schlichtes und vorallem günstiges Auto dass an allem zu wünschen übrig lies.
Am 2.6. staunten wir dann nicht schlecht.
Durch einen unerwarteten Zufall stand das gemietete Zwergauto nicht zur Verfügung.
So wurden wir damit überrascht dass wir einen Toyota Camry, welcher etwa doppelt so viel Platz bietet wie der Yaris, anstelle des Elefantenschuhs bekamen.
Wir erledigten noch ein paar Wege in Melbourne und brachen dann am frühen Nachmittag auf, der Sonne entgegen.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ausdrücklich bei Thomas bedanken, welcher mir in Melbourne sehr geholfen hat. Danke Thomas.
Die Fahrt in unserem Luxusschlitten brachte uns schnell an die Südküste Australiens, der sogenannten Great Ocean Road.
Hier stellten wir uns auf einen Parkplatz am Strand um dort die Nacht zu verbringen.
Mit Bier und lauter Musik feierten wir, dass wir wieder unterwegs waren, denn kilometer von jeglicher Zivilisation entfernt konnten wir niemanden stören.
Am nächsten Morgen waren wir immernoch gut gelaunt, bis zu dem Moment in dem ich den Schlüssel im Zündschloß drehte; nichts.
Ich drehte erneut; wieder nichts.
Nichts, nichts, nichts.
Mit der inneren Ruhe eines Freibads in China im Sommer stieg ich aus dem Auto und schrie das böse K-Wort in Richtung Meer.
Wir hatten es scheinbar ein wenig mit der Musik übertrieben und dadurch die Batterie zu sehr belastet.
Wir hätten ohne Probleme den Hertz-Notruf wählen können und in windeseile wäre uns jemand zu Hilfe geeilt, leider befanden wir uns soweit im Nirgendwo dass wir beim besten Willen keinen Handyempfang hatten.
Zu allem Unglück regnete es auch noch aus Eimern.
Während Marvin das Auto bewachte, stapfte ich am Strand entlang zum nächstgelegen Dorf, wo ich mit allerlei Schwierigkeiten den Notruf kontaktieren konnte.
Gegen Mittag kam dann ein Service-Auto und gab uns eine kleine Starthilfe.
Die verlorene Zeit konnten wir zwar nichtmehr aufholen aber unser Zeitplan bot glücklicherweise sowieso genug Platz für Pausen und Störungen.
In den verbleibenden Stunden fuhren wir nach Warrnambool, einer kleinen Hafenstadt welche eigentlich wenig bekannt ist. Da es bald Nacht wurde und das Wetter mehr schlecht als recht war liessen wir die Attraktionen auf dem Weg hierher aus und planten am nächsten Tag einfach zurück zu fahren. In Warrnambool nächtigten wir erneut im Auto, diesmal ohne Musik, denn so einen Fehler wie in der vorherigen Nacht würde wir nicht wiederholen.
Am Morgen des folgenden Tages fuhren wir ein paar Kilometer zurück um uns die weltbrühmte Südküste Australiens anzusehen. Steile Felsformationen, starke Brandung und dürftige Vegetation prägen hier das Bild.
Die 12 Apostel, gehören von all diesen Formationen definitiv zu den bekanntesten.
Durch die starke Wellenbewegung und andere Verwitterung formten sich aus der Küstenmaße 12 einzelne Felsgebilde, von denen nur noch 9 klar erkennbar sind, welche nun mitten im Meer stehen und darauf warten zu zerfallen.
Am Ende des Tages brachten wir unseren Camry wieder an einem abgelegenen Strandparkplatz zum stehen.
Die folgende Pointe ist ziemlich offensichtlich, oder?
Am nächsten Morgen wollte unser Motor erneut nicht starten.
Da wir die Batterie während der letzten Fahrt mit Radio und anderen Sachen sehr beansprucht hatten und dann auf dem Parkplatz noch ein wenig Musik hörten, wiederholten wir gekonnt unseren Fehler vom vorletzten Tag.
Es war wiedereinmal ein älterer, freundlicher und hilfsbereiter Australier der uns diesmal aus der Klemme half.
Um im Zeitplan zu bleiben mussten wir an diesem tag nun wirklich eine große Strecke zurücklegen.
Die fast 900km bis zu unserem Ziel Adelaide legten wir noch am selben Tag zurück.
Hier verbrachten wir die nach auf einem Rastplatz in der Nähe der Stadt.
Den letzten verbleibenden Tag bis zu unserem Abflug aus Adelaide nutzen wir um die Stadt ein wneig zu erkunden.
Im Vergleich zu Sydney, Brisbane und Melbourne mussten wir leider feststellen dass uns Adelaide ganz und gar nicht gefiel, weder die Gebäude noch die Menschen hier machten einen einladenden Eindruck.
Zum letzten Mal verbrachten wir die Nacht im Toyota Camry auf einem Rastplatz.
Unser Flug am nächsten Morgen brachte uns ins Herz Australiens, nach Alice Springs.
Auch hier hatten wir uns ein Mietauto reserviert, einen Hyundai Getz.
Dieses Auto kann man wohl als den Bruder des Toyota Yaris, bezeichnen; platzsparend, schlicht und günstig.
Mit dem Quietschroten Auto traten wir dann die ungewöhnlichste fahrt unserer ganzen Reise an.
Von Alice Springs bis zum Wahrzeichen Australiens, dem Ayers Rock, oder auch Uluru, wie die Einheimischen sagen, waren es knapp 500 km, die unser Auto zurücklegen musste.
Durch die sengenden Hitze des Outbacks fuhren wir an unserem Ankunftstag die 460km bis zum Kings Canyon.
Leider erreichten wir unser Ziel erst nach Sonnenuntergang so dass eine Erkundung ziemlich unsinnig war.
Also gingen wir früh schlafen um den Sonnenaufgang im Kings Canyon miterleben zu können.
Diese erste Nacht war hart, denn die 40°C des Tages wurden in der Nacht schnell zu frostigen 10°C und in unserem Auto war es nicht wirklich wärmer.
Fröstelnd erwachten wir dann ein paar Stunden später um den Sonnenaufgang am Kings Canyon mitzuerleben.
Inmitten von Steilen Klippen, stellenweiser Vegetation und unwirklich erscheinenden Steingebilden färbten die ersten Sonnenstrahlen das Gestein in vielerlei bunte Farbtöne.
In einem 2 stündigen Fußmarsch kletterten, hüpften und wanderten wir auf und durch die Wände der Königs Schlucht.
Zurück am Parkplatz stiegen wir in unseren Hyundai um in der angebrochenen Mittagswärme des Outbacks in den Yulara National Park zu düsen.
Hier hielten wir zuerst bei den Kata Tjutas, oder auch Olgas genannt, einer Bergformation aus mehreren Runden Steinhügeln welche aussahen als wären sie aus Schokoladenkuchen gemacht.
Hier wanderten wir für ein paar Stunden durch das sogenannte Tal des Windes, welches einem die besten Punkte der Kata Tjutas zeigte.
Dann war es endlich soweit, in der Ferne konnte man schon seit längerem eine bekannte Form erkennen und pünktlich zum Sonnenuntergang kam unsere Australienreise endlich zu ihrem finalen Höhenpunkt.
Wir hatten es geschafft, nach fast 9 Monaten standen wir endlich vorm Ayers Rock, dem Uluru oder auch “Großer Stein der irgendwo in der Mitte Australiens liegt”.
Der Anblick war beeindruckend, dass empfanden bestimmt auch die anderen 1000 Menschen die gemeinsam mit uns den Sonnenuntergang betrachteten.
Nach dem es Nacht wurde parkten wir unser Auto im nahegelegenen Yulara Resort, welches der einzige “zivilisierte” Punkt im Umkreis von 300km war.
Am nächsten Morgen ging es dann nocheinmal früh raus.
Diesmal war es der Sonnenaufgang am Uluru, der uns und hunderte andere Beobachter in seinen Bann zog.
Anschliessend war mal wieder wandern angesagt.
Zuallererst standen wir jedoch vor einer schwierigen Entscheidung.
Vor einem Schild trafen wir dann einen leichtsinnigen Entschluß.
“Bitte nicht besteigen. Lebensgefahr.” stand auf dem Schild.
Jedem ist bestimmt klar was Marvin und ich taten.
Selbstverständlich kletterten wir auf den Ayers Rock.
Einzig unser Gewissen machte uns anfangs die Entscheidung schwer.
Der Berg ist offiziell immernoch im Besitz der Anangu, dem lokalen Eingeborenenstamm, welche in dem Stein heutzutage immernoch ein spirituelles und heiliges Gebiet sehen und daher nicht wollen das Fremde den Berg besteigen.
Dies scheint jedoch maßlose Übertreibung zu sein, wie wir später erfuhren.
Hauptsächlich möchten die Anangu eine Besteigung des Berges vermeiden, da sie sehr traurig wären, wenn Leute bei der Erklimmung verletzt werden oder sterben.
Wohlbehalten kamen wir nach 2 Stunden wieder unten an, also gab es für die Anangu keinen Grund zur Traurigkeit.
Nach der folgenden 3 stündigen Wanderung um den bekanntesten Fels Australiens, von der es nichts Spannendes zu berichten gibt, machten wir uns auf den Rückweg nach Alice Springs.
Zum letzten Mal schliefen wir in unserem roten Elefantenschuh, welcher mittlerweile sehr komfortabel geworden war.
Heute flogen wir dann in aller Ruhe von Alice Springs nach Sydney, wo wir uns nun im Palms Backpackers Hostel befinden.
Hier hatte vor fast 9 Monaten alles angefangen.
Morgen werden wir dann noch ein paar Wege erledigen und am 13.06 geht dann unser Flug nach Neuseeland.
Unsere Reise ist also noch nicht beendet.
Wir werden noch so einiges erleben und ich werde euch bestimmt noch so einiges zu Lesen bieten.
Bis dahin senden wir wie immer die besten und liebsten Grüße an die Heimat, macht’s gut, lasst’s euch gut gehen und bis zum nächsten mal

 

19.10.08 - Bye Bye Sydney

Guten Morgen,

heute werde wir Sydney vorerst endgültig hinter uns lassen. Unsere Reise wird uns vorerst Richtung Queensland führen. Wie es zu dieser Planänderung kam? Gestern trafen ganz überraschend unsere Dessauer Freunde Marcel und Pierre im Hostel auf und verwickelten uns in interessante Erzählungen. Dabei boten sie uns an, uns in ihrem Auto ein Stück mitzunehmen. Ihr Ziel ist Queensland also wird unser Ziel ebenfalls Queensland sein, wo wir dann hoffentlich in Besitz eines eigenen Autos kommen werden.

Dieser Beschluss wurde selbstverständlich mit ein wenig Bier besiegelt. Der wirklich Knaller hierbei entstand aus den Berichten zweier Bayern, die sich vor wenigen Tagen in unserem 10-Bett Schlafsaal breitgemacht hatten. Mutig begab ich mich auf eine endlos beschwerliche Reise bis in den Hafen Sydneys…ungefähr 5 Minuten Fußmarsch vom Hostel aus. Dort sollte ich in einen geheimnissvollen BottleShop aufsuchen den ich nach einigen Gesprächen mit den Einheimischen auch fand. Ehrfürchtig betrat ich den kleinen Laden und ein strahlender Schriftzug blendete mich. Geschnappt, bezahlt und zurueck ins Hostel. Keiner im hostel konnte glauben was ich da in den Händen hielt, frisches Oettinger. Muss ich mehr sagen? Der Abend war gerettet.

Heute bereiteten wir uns dann auf unsere Abreise vor und in wenigen Stunden werden wir
unser Hostel, Sven und die anderen Backpacker verlassen.

Ich weiss leider nicht wann wir wieder Internet haben werden, also wundert euch nicht wenn ich eine Weile nichts schreibe. Bis dahin, Alles Gute und liebste Grüße in die Heimat.

 

17.10.08 - Gewohnheit und Kaninchen

Und da sind wir auch schon wieder.
Seit meinem letzten Eintrag sind mittlerweile ein paar Tage vergangen, wie dem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein dürfte.
Wenn ich die letzen Tage mit einem einzigen Wort zusammenfassen sollte, würde ich “Gewohnheit” wählen, oder “Kaninchen”.
Wie im letzten Bericht beschrieben zogen wir in Betracht die Blue Mountains zu besichtigen und schon am nächsten Tag wollten wir diesen Vorsatz in die Tat umsetzen.
Der Plan wurde aber schnell ins wanken gebracht.
Zuerst verschlief ich bis zum Mittag, dann zogen wir völlig unvorbereitet los, bekamen falsche Auskünfte an den Zugstationen und irgendwie schafften wir es einfach nicht ans Ziel zu kommen.
Am späten Nachmittag blieb uns dann nichts anderes übrig als den Ausflug in die Blue Mountains zu verschieben.
Die folgenden Stunden verbrachten wir mit packen, denn am nächsten Morgen sollten wir unser gemütliches Doppelbettzimmer räumen, aber wir hatten vorgesorgt.
Nach einem kurzen Gespräch mit dem Hostel-Manager Dan buchten wir uns für eine weitere Woche in den 10-Bett Schlafsaal des Hostels ein.
Und von dort an begann der Alltag.
Früh wurde ausgeschlafen, Mittags spazierten wir durch die Gassen Sydneys oder lagen im Park und Abends saßen wir in lustigen Runden mit den anderen Backpackern auf der Terasse.
Von diesen Backpackern möchte ich einen ganz besonders hervorheben.
Sven, ein bescheidener Schwabe aus Stuttgart der schon seit vielen Monaten in Sydney lebt.
Von ihm kann man eine Menge über das Leben hier lernen, er weiss wo es gutes Gratis-Essen, Sehenswürdigkeiten und Fachgeschäfte gibt.
Neulich hegte ich den Wunsch meinen Nachmittag an einem Palmenstrand zu verbringen, wo Marvin und ich uns auchmal auf ein Surfbrett stellen könnten. Also setzte sich Sven mit uns in einen Bus und fuhr zu einem wunderbaren Strand…voller Nadelbäume und Surfverbot. Es war trotzdem lustig.
Das besondere an diesem Schwaben ist, dass er, obwohl er schon viel durch die Welt gereist ist, hinterm Mond zu leben scheint. Nicht grade selten amüsiert er sich köstlich über unsere Geschichten aus Dessau, die für uns völlig normal sind. Bierkästen für unter 10€, Garagenpartys und 100.000 Einwohner sind Fakten die er absolut nciht nachvollziehen kann. In seiner 600.000 Einwohner Heimat lebt man deutlich großzügiger.
Er glaubt; ohne sein Stuttgart wäre Deutschland nichts, ich glaube; er lügt.
Jedenfalls ist er ein echt prima Kerl mit dem man viel Spaß haben kann.
Er war es auch, der anfing die Deutsch-Englischen Sprachbarrieren einzureissen.
Seitdem hört man häufiger “Was ist das? Das ist ein Kaninchen.” durch die Flure klingen. Auch Tage später ist das immernoch lustig.
Nun neigt sich schon unsere 2. Woche in Australien dem Ende entgegen und wir haben mittlerweile schon soviel erlebt, gesehen und gelernt.
Marvin hat gestern sogar beinahe zugeschaut wie ich essen koche.
Vorgestern wurde er sogar von Dan angesprochen ob er nicht Lust auf Arbeit hätte, also bekam er spontan einen Job in einer Kissenfabrik, jedenfalls für 2 Tage.
Leider war dort nur noch 1 Stelle frei, darum sitze ich jetzt hier, fasse unsere letzte Woche lyrisch zusammen und warte darauf dass Marvin von Arbeit kommt, um mit ihm in den Waschsalon zu gehen.
Am Wochenende werden wir das Hostel hinter uns lassen müssen und unser Weg wird uns vorraussichtlich nach Orange führen. Dort erhoffen wir uns einen Job als Fruitpicker auf einer Orangenplantage (wer hätt’s gedacht).
Unseren Infos zufolge stehen unsere Chancen auf Erfolg sehr gut.
Vorher werde ich mich aber bestimmt nochmal melden.
Bis dahin, schönen Gruß (auch vom Sven)

 

08.10.08 - Kuscheltiere, Sandstrand und Gammelstimmung

G’Day, wie der Australier nuschelt.

Die Zeit ist mal wieder reif für Spiel, Spaß und Spannung aus der DownUnderüberraschung.
Anfangs möchte ich nochmal die Zeitverschiebung ansprechen. Ich gestehe; ich habe geschwindelt. Zur Zeit haben wir nu 9 Stunden Zeitunterschied, erst in ein paar Tagen kommt noch eine weitere Stunde dazu. Nunja, sowas kann man hier drüben nur ganz schlecht mitverfolgen, somit muss man sich auf die (leider falschen) Aussagen anderer verlassen. Sorry für die Verwirrung.
Nachdem mein letzter Beitrag erfolgreich ins weltweite Netz gesendet wurde, konfrontierte ich Marvin sofort mit der Idee welche ich zum Ende meiner lyrischen Kreation hatte.
Das Wetter schien gut, unserere Tagesplanung lag bei Null und auch sonst gab es nichts was uns von einem Ausflug zum Strand abhalten konnte.
Schnell zur Badehose gegriffen und informiert wie wir am besten zum Bondi Beach kommen könnten.
Die nötige Bahnroute ward schnell gefunden, mit unserem famosen “7 Days Red Pass” konnten wir sogar den Shuttlebus bis zum Strand nutzen. Kurz bevor wir das Hostel verliessen kamen wir noch mit 2 anderen Backpackerinnen aus Deutschland ins Gespräch, die sich uns kurzerhand anschlossen. Unsere kleine Vierergruppe schlenderte nun gemütlich den mittlerweile bekannten Weg zur nächsten Bahnstation entlang und kam nur wenige Minuten später in der Strandregion an.
Das sonnige Wetter lud uns dazu ein die geringen 2,9km bis zum Strand zu Fuß zurück zu legen, doch kurz nachdem der Bahnhof außer Sichtweite kam, erschienen die ersten Wolken am Himmel und auch eine kleine Gruppe Regentropfen kreuzte unseren Weg.
Doch am Bondi Beach wendete sich das Blatt erneut. Zwar gab es noch einige Wölkchen am Himmel, aber im Großen und Ganzen war das Wetter spitze. Ich liess mich von dem herrlichen Sandstrand und dem noch herrlicheren, sauberen Wasser schnell überzeugen ins kühle Nass zu hüpfen. Marvin und unsere Begleiterinnen schafften es zumindest ihre Füße anzufeuchten.
Wie erwartet konnte man vereinzelt Surfer erblicken, die ihr Glück mit den etwa 2m hohen Wellen versuchten.
Vom Bondi Beach aus gingen wir die Küste entlang zum nahe gelegenen Tamarama Beach, welcher uns als Geheimtipp empfohlen wurde. Tatsächlich war der Strand weniger von Badelustigen überlaufen, dafür aber umso schöner. Der aufziehende frische Wind und leichter Hunger trieben uns dann aber schnell weiter zur nächsten Bushaltestelle bis zurück ins Hostel.

Gestern standen wir sehr früh auf, jedenfalls hatten wir das vor, leider wurde daraus nichts.
Nichtsdestotrotz saßen wir 2 Weltenbummler aus Dessau gegen Mittag in der nächstbesten Westpac-Bank um ein Konto zu eröffnen. Wir wurden zwar vorgewarnt, dass wir hierbei am besten bloß lächeln und nicken sollten, denn man würde von dem was einem erzählt wird eh nichts verstehn. Im Endeffekt können wir jedoch stolz behaupten gut verstanden zu haben, was die junge Asiatin auf der anderen Seite des Bürotisches uns erklärt hat.
Nach einem kurzen Abstecher ins Hostel latschten wir mehr oder weniger ziellos durch Sydney. Plötzlich fassten wir den Entschluß einfach mal über die Harbour Bridge zu gehen.
Nach etlichen Problemen eine Zugangsmöglichkeit zur Brücke zu finden, fanden wir einen kleinen Geheimgang an dessen Ende wir direkt auf der Brücke standen. Der Spaziergang auf dem Fußgängerstreifen ähnelte eher einem Gang Richtung Gefängniss. Zäune, Warnschilder und Stacheldraht prägten das Bild. Auf der anderen Seite fanden wir leider wenig Sehenswertes, also stiegen wir mal wieder in die nächste Bahn und fuhren zurück. Die einsetzende Dämmerung verwunderte uns ein bisschen. Irgendwie schien der Tag vergeudet. Im Schein der letzten Sonnenstrahlen bewegten wir uns langsam Richtung “Royal Botanic Garden”, welcher leider 20 Minuten bevor wir dort ankamen zugeschlossen wurde. Aber wer uns kennt weiss dass uns derartige Probleme nicht aus der Bahn werfen. Nur ein vorbeifahrendes Parkwächterauto hinderte uns an einer Klettertour über den Zaun. So liefen wir einfach drum herum, bis wir fast mitten in einem Highwaytunnel standen. Also liefen wir noch ein bisschen weiter drum herum und kamen an einen Punkt des Gartens den man auch legal bei nacht betreten durfte. Schnell ein paar Fotos von der leuchtenden Skyline gemacht und im nu verschwanden wir Richtung Hostel.

Der heutige Tag war der bisher ereignisloseste schlechthin. Anfangs gammelten wir im Hostel vor unseren Laptops und gegen Nachmittag begaben wir uns in den Park um dort weiter zu gammeln. Das war auch sehr angenehm.
Mittlerweile ist der Tag für uns fast schon wieder vorbei. Wir trinken vielleicht noch 1 - 2 Bierchen und werden uns dann wieder zur Nacht betten.
Morgen werde ich Marvin endlich in die “Blue Mountains” zwingen. Auch wenn er noch nicht so recht Lust dazu hat, werd ich dafür sorgen dass uns dieses highlight nicht entgeht. Vielleicht kommt morgen ja auch schon unsere Steuernummer, dann kann die Arbeitssuche endlich losgehen. Wir sind gespannt wie Flitzebogen.

bis dahin G’Night, wie der Australier lallt.

 

06.10.08 - langes Wochenende

Guten Morgen,

hier melden sich mal wieder eure Globetrotter.
Zuallererst möchte ich darauf hinweisen dass wir seit gestern eine Zeitdifferenz von 10 Stunden zueinander haben.
Wie das kommt? Ihr habt eure Uhren zurück gestellt und wir unsere vor. Ganz schön verwirrend.

Mittlerweile haben wir uns hier schon sehr gut eingelebt und von Heimweh keine Spur.
Die Atmosphäre hier im Hostel ist spitze, auch wenn man den Eindruck hat das Einige von den vielen Deutschen hier etwas genervt sind. Trotzdem saßen wir die letzten Abende in gemütlichen Runden draußen und tauschten Erfahrungen aus.
Gestern haben wir dabei durch Zufall erfahren dass in Australien heute der sogenannte Labour Day ist. Ein Feiertag bei dem so gut wie keine Geschäfte geöffnet haben und auch sonst kaum gearbeitet wird. Das hat unsere Pläne natürlich ein bisschen verworfen, aber über das verlängerte Wochenende können wir uns natürlich nicht beschweren.

Apropos Wochenende.
Als wir am Samstag, nach unserer ersten Nacht hier aufgestanden sind, waren wir voller Tatendrang.
Gut ausgeschlafen und von Cornflakes gestärkt entschlossen wir nocheinmal zum Flughafen zu fahren um uns unsere Visabescheinigungen in den Pass kleben zu lassen. Also sind wir zur nächsten Zugstation gelaufen und haben geschaut ob wir den teuren Fahrtpreis nicht mit einem Wochenticket umgehen könnten. Nachdem wir uns durch viele Fahrt- und Angebotspläne gewühlt hatten entschlossen wir uns einen “7 Day Red Pass” zu kaufen. Damit würden wir für eine Woche durch den für uns interessantesten Teil Sydneys, dem Red District, fahren können. Leider haben wir das Kleingedruckte nicht gelesen.
Der International Airport liegt zwar im besagten Red District, leider gelten hierfür extra Gebühren, denn die Bahnfahrt zum Flughafen und den umliegenden Haltestellen ist fast 3-mal so teuer wie eine normale Fahrt. Gezeig wie wir nunmal sind sahen wir nicht ein die gebühren zu bezahlen, also fuhren wir zur nächstmöglichen Station um von dort aus zum Flughafen zu laufen.
Auch das war einfacher gesagt als getan. Anfangs folgten wir der Beschilderung und schon bald kam der International Airport in Sichtweite. Leider war es dem Umgebungsplaner wohl nicht in den Sinn gekommen dass irgendwann mal 2 Dessauer kommen könnten, mit der Absicht das Airporgelände zu Fuß zu erreichen.
So mussten wir fast eine Stunde lang einem minderwertigen Weg folgen, der plötzlich im Nirgendwo endete, wodurch wir kurzerhand ein wenig Off-Road liefen.
Schnell noch die Hauptzufahrtsstraße überquert und schon waren wir am Ziel angekommen.
Nun irrten wir eine Ewigkeit durch das Flughafengelände auf der Suche nach einem Schalter an dem man uns den vielbesagten Visasticker in den Pass kleben würde. Das lustigste war dass die meisten Flughafenangestellte keine Ahnung hatten was wir überhaupt wollten. Um sicherzugehen dass wir uns nicht vermacht hatten schauten wir mehrmals im Internet nach wie sich das mit dem Visu verhält. Überall lasen wir das gleiche; “Im Sydney International Airport kann man sich die Bescheinigung direkt in den Pass kleben lassen”. Aber warum wusste das keiner? Kurz bevor mir die Sache endgültig zu blöd wurde gelang es uns glücklicherweise, uns zum richtigen Schalter durchzufragen, auch wenn der nicht den Eindruck machte als wären wir da richtig. “Quarantäne- und Sicherheitsabteilung” verkündete das Schild über dem Büro in der verstecktesten Ecke des Flughafens. Kurz und schmerzlos erfuhren wir dort dass es den gesuchten Nachweis im Pass nicht mehr gibt. Sollte uns jemand danach fragen könnte man die Daten übers Internet abrufen und das reicht. Deprimiert über den verschwendeten Nachmittag liefen wir zur nächstbesten Straßenbahnhaltestelle um ins Hostel zu fahren. Diese Haltestelle befand sich in WolliCreek, einer Gegend in Sydney die nur die wenigsten Backpacker zu sehen bekommen, wahrscheinlich weil hier gar nichts einen einladenden Eindruck macht. Aber Hinterhoftourismus war ja schon in China unsere Stärke.
Zurück im Hostel berichteten wir dann den Anderen von unserem Tag und die meisten konnten das einfach nicht fassen.
Das zeigtmal wieder aus was für einem Holz wir Dessauer eben geschnitzt sind. Knallhart, mit eisernem Willen und für jeden Blödsinn zu haben.
Der gestrige Tag war dann wieder erfolgreicher.
Ich habe es geschafft mir ein Handy zu kaufen und die beiden PrePaid-Karten, die wir uns schon vorher besorgt hatten, bekamen wir auch zum laufen.
Vorher gönnten wir uns jedoch noch ein wenig Unterhaltung in der “Sydney Wildlife World”.
Quasi der 2. Teil zu unserem Ausflug ins Aquarium, nur ohne Fische.
Ähnlich wie im Aquarium konnte man auch hier einen guten Eindruck von der Fauna Australiens bekommen.
Neben den verschiedensten Vögeln und Insekten trafen wir auch endlich auf die heiß ersehnten Wombats, Koalabären und Kängurus. Selbstverständlich freuen wir uns nun erst Recht darauf diese lustigen Tiere in freier Wildbahn zu sehen.
Den Abend liessen wir dann mit Bier und Wein ausklingen, natürlich nur in Maßen.
Und nun sitz ich auch schon wieder hier, neben meinem Frühstück und schreibe die Ereignisse der letzten Tage.
Ich bin gespannt wohin es uns heute verschlagen wird.
Das Wetter ist grad sehr schön, vielleicht schaffen wir es ja heute zum Strand zu gehen.
Aber davon werden wir euch dann noch früh genug berichten.
Bis dahin, liebe Grüße an die Heimat.

P.S.: Unser Gästebuch funktioniert jetzt und wir haben nun auch endlich die ersten Bilder hochgeladen.

 

03.10.08 - Erste Erkundungen

Guten Abend, oder sollte ich für euch eher noch guten Mittag sagen?

Vor wenigen Sekunden kamen wir von unserer ersten Erkundungstour durch Sydney zurück.
Nach den letzten Stunden des Fluges, die nicht spurenlos an uns vorbei gingen, liessen wir es uns nicht nehmen trotz Erschöpfung wenigstns ein bisschen durch unserer erstes Reiseziel zu schlendern.
Eigentlich sollte alles ganz schnell gehen, aber wie üblich kamen wir an den ein oder anderen Sehenswürdigkeiten nicht ohne weiteres vorbei.
Zuallererst nahmen wir, wie es sich gehört, ein angemessenes Frühstück bei McDonald’s ein.
Gut gestärkt und voller Tatendrang führte uns unser Weg nun in den “Royal Botanic Garden”, einem wunderschönen Park, in dem sich die unterschiedlichsten Pflanzen prachtvoll ergänzen. Flughunde und wilde Kakadus sind hier keine Seltenheit, ebenso wie andere ungewöhnliche Vögel.
Nach einer gemütlichen Wanderung kamen wir an den Mrs.Macquaries Point, von wo aus man den weltberühmten Blick auf die Oper von Sydney werfen kann. Hier wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst dass ich mich nun am andern Ende der Welt, weit weg von Familie, Freunde und Bekannten,befinde. Aber keine Spur von Traurigkeit, denn die Touristen in uns hatten schon ihr nächstes Ziel im Visier. Nach einem weiteren, kurzen Spaziergang durch den “Royal Botanic Garden” erreichten wir das weltbekannte “Sydney Opera House”. Sogar Marvin musste zugeben dass ihn dieser Anblick beeindruckte. Leider konnten wir nur den Eingangsbereich betreten, aber vielleicht schaffen wir es demnächst eine günstige Gelegenheit zu finden, um die Oper direkt von Innen zu bestaunen. Etwa halbe Stunde später liessen wir die Oper hinter uns, um uns dem nächsten Höhepunkt zu widmen. Eine handvoll Kilometer weiter südwestlich, im Darling Harbour, mussten wir eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Unsere folgende Handlung könnte gravierende Auswirkungen haben, sofern wir uns falsch entscheiden. Fleisch oder Fisch? Lunge oder Kiemen? Säugetiere oder Fische? “Sydney Wildlife World” oder “Sydney Aquarium”? Aufgrund der Bilder von Hans und Pierre entschieden wir uns spontan für das Aquarium. Also Eintritt (nicht billig!) bezahlt und reinmarschiert. Schnell wurde klar dass sich das Eintrittsgeld gelohnt hatte. Nur wenige Zenitmeter Sicherheitsglas trennen hier den Besucher von Fischen und Reptilien, die teilweise aus einer anderen Welt zu kommen scheinen. In allen Größen, Formen und Farben konnte man hier einen Eindruck von dem bekommen, was sich in den Gewässern rund um Australien tummelt. Von winzigen Clownfischen, über hässliche Moränen bis hin zu gewaltigen Krabben war hier alles vertreten, was sich Wasserbewohner nennen darf. Die Highlights waren hier zweifellos das Krokodilgehege, das Robbenbecken, welches man sogar unter Wasser durch Glastunnel bestaunen konnte, die Pinguinbucht und das Haibecken, welches man ebenfalls durch ein kleines Glastunnelsystem durchqueren konnte, während sich gewaltige Rochen, eine Riesenschildkröte und natürlich respekteinflößende Haie rundherum bewegten. Als wir alles erkundet hatten begaben wir uns zum “Queen Vidtoria Building”, einem der schönsten Einkaufszentren der Welt, natürlich sind hier hauptsächlich die Nobleren, der Edelboutiquen vertreten, aber auch der einfache Besucher kann hin und wieder Preise entdecken die durchaus human erscheinen. Wenige Ampelkreuzungen weiter kamen wir an der “St. James
Church” vorbei, welche sich an ihrer zentralen Lage, durch die historiche Bauweise, von den umliegenden Hochhäusern klar abhebt. Von dort aus traten wir dann auch schon den Rückweg an. Im nächsten Woolworths schnell noch ein paar Lebensmittel eingekauft und in aller Ruhe zurück ins Hostel.
Nun wird es Zeit dass wir uns mal ein wenig Ruhe gönnen.
Während ich diesen Bericht schreibe ist Marvin schon auf dem Weg ins Land der Träume und dahin werde ich jetzt folgen.

Nochmals schöne Grüße an alle daheim, bis dann

 

03.10.08 - Ankunft

Hallo liebe Leserschaft,

wir melden uns nun frisch und munter aus dem “Palms Backpackers” Hostel in Sydney.
Uns geht es soweit ganz gut, eigentlich geht es uns sogar bestens.
Nach einem dramatischen Abschied in Berlin Tegel ging es gradewegs nach London Heathrow.
Dort mussten wir in dem gewaltigen Gelände erstmal einen Bus finden der uns zum nächsten Terminal befördern könnte. Gesagt getan. Gemeinsam mit ein paar australischen Rentnern fuhren wir von Terminal 5 zu Terminal 4 wo wir die folgenden Stunden auf unseren Flieger warteten. Eine kleine Fehlinformation hätte uns beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Marvin kam zum Glück rechtzeitig auf die Idee, die Informationstafeln nochmal zu checken. Nach einem kurzen Sprint durch die Terminalhalle kamen wir noch im richtigen Moment beim passenden Gate an. Nun folgten 13 Stunden entspannter Flug nach Singapur.
Das war insgesamt prima, bis auf ein paar Turbulenzen, schreiende Kinder und meckernde Franzosenomas hatten wir keinen Stress. Ähnlich verlief unser Weiterflug nach Sydney. Hier angekommen ging alles sehr schnell, zu schnell. In der Eile lies ich meine Digitalkamera an der U-Bahn-Haltestelle des Flughafens liegen. Glücklicherweise bemerkte ich es schon kurze Zeit später und konnte zurück fahren um die Kamera im Fundbüro in Empfang nehmen.
Nun sitzen wir wie gesagt im Hostel und warten darauf einchecken zu können. In den letzen Minuten haben wir auch schon die ersten Bekanntschaften geschlossen, leider nur deutsche.
Insgesamt haben wir einen echt guten Eindruck von Sydney und dem Hostel, mal schauen was noch so kommt.

bis dann, viele liebe Grüße an die Heimat