21.12.08 - Arbeit ist das halbe Leben

Hallo,

nun wird es wirklich mal Zeit euch einen frischen Bericht voller neuer Infos zu bieten.
Seit unserem letzten Bericht hat sich mal wieder eine ganze Menge ereignet.
Wie üblich versuche ich nun an den letzten Bericht anzuknüpfen und mich dann chronologisch an die Gegenwart heranzuarbeiten.
Es begab sich dass wir unseren Job auf der Zaina Farm, in Bundaberg bis ans Ende der beschriebenen Woche behalten konnten, darauf wollte man uns aufs Tomatenfeld schicken,wo wir zusammen mit vielen Asiaten für einen lausigen Lohn, bei Wind und Wetter Tomaten pflücken sollten.
Dafür waren wir uns dann doch zu gut, also schlossen wir uns mit unseren französischen Freunden zusammen und fuhren weiter Richtung Norden.
Unterwegs kamen wir an einem Nationalpark vorbei, welcher ausschliesslich mit Allradantribe-Fahrzeugen befahrbar war, die ideale Gelegenheit um unseren guten Bubu mal auf Herz und Nieren zu testen.
Am folgenden Samstag, dem 22.11.08 (boah, wird echt Zeit dass ich endlich mal was schreibe), übernachteten wir mit Gautier und Maxime in Rockhampton, hier trafen wir ein paar Deutsche, welche wir bereits in Brisbane kurz kennengelernt hatten. In dieser Hinsicht ist Australien echt klein, aber dazu später mehr.
In diesem Örtchen gab es leider nichts was uns halten konnte, also fuhren wir am nächsten morgen weiter, mit dem Plan uns mit den Franzosen am Blacks Beach wieder zu treffen.
Natürich suchten wir uns wieder eine Route aus, die über abgelegenen Wege führt wo man die unberührte Natur geniessen kann und womöglich auch dem ein oder anderen Tier begegnet.
Leider trafen wir nur auf Unmengen von Kühen. Die Autstralier sollten sich wirklich überlegen ob sie nciht lieber die Kuh als Wappentier nehmen, denn davon sieht man auffällig mehr als von Koalas, Känguruhs und anderen Exoten.
Uns über die geringe Tiervielfalt ärgernd fuhren wir immer weiter und weiter. Laute Musik und geniale Landschaften gingen Hand in Hand, bis uns plötzlich ein ungewöhnlicher Geruch in die Nase stieg. Rauch!
Aus dem Fenster konnten wir gewaltige, dunkle Rauchwolken aus den Wäldern, um uns herum aufsteigen sehen.
Bei den vorherrschenden Temperaturen und dem wenigen Regen zu dieser Zeit wundert es natürlich keinen dass hier häufig mal der Wald brennt. Glücklicherweise befanden wir uns kilometerweit vom Brand entfernt und konnten somit weiter unseren kleinen Feldweg entlang düsen.
Bis der Geruch stärker wurde und auch die Sicht immer häufiger von Rauchwolken blockiert wurde.
Unsere Abenteuerlust und ein möglicher Umweg von 50 Kilometern hinderten und am Umkehren, denn wir gingen davon aus dass wir den Brand weiterhin umfahren könnten.
Wenige Minuten später ging alles sehr schnell. Links von uns Flammen, rechts von uns Flammen, vor uns Rauch und Flammen, keine guten Reisebedingungen.
Also kehrten wir ruckzuck um und nahmen den unvorteilhaften Umweg in Kauf.
In Blacks Beach angekommen konnten wir dann unseren Kumpanen freudig von dem Abenteuer berichten.
Hier verbrachten wir die Nacht auf einem Campingplatz, etwa 20 Meter vom Strand entfernt.
Was eigentlich ganz schön klingt. erwies sich als fataler Fehler, denn wir schliefen wahrscheinlich am Mückenzentrum Australiens. Mit Hunderten von Stichen am ganzen Körper, machten wir uns am folgenden Tag schleunigst aus dem Staub.
Diesmal brachte uns Bubu in einen ganz besonderen Nationalpark.
Die Rede ist vom Eungella Park, welcher im Prinzip Teil des Australischen Regenwaldes ist.
Anfangs wanderten wir auf einem befestigten Weg, der vorbei Lianengebilde, mächtigen Bäume und undurchdringbaren Büschen verlief.
Plötzlich bemerkten wir einen umgefallenen Baum der es ermöglichte die Flora zu durchdringen und bis an den kleinen Fluß, der durch den Dschungel verlief, heranzutreten.
Der Fluß war voller gewaltiger Steine die nur so zum klettern einluden.
Diesmal besiegte das Kind in uns die Vernunft und wir begannen eine wunderbare Klettertour durch den Urwald.
Wir hüpften von einem Stein zum nächsten, stolzierten durch das Wasser, kletterten Felsen hinauf und hinab und schwangen uns an Lianen über unbegehbare Stellen.
Unser Tarzanreise fand schliesslich an einem großen Wasserfall, der wirklich unüberwindbar war, ihr Ende.
Zurück im Auto fuhren wir direkt nach Airlie Beach, einem bunten kleinen Örtchen, welches leider zu sehr von Touristen überlaufen ist.
Hier verabschiedeten wir uns am 24.11.08 von unseren französischen Freunden Maxime und Gautier.
Hoffentlich sehen wir die beiden mal wieder.
2 Tage darauf erreichten wir einen kleinen Ort Namens Innisfail.
Diesen Ort kannten wir durch Marcel und Pierre, welche wir hier auch kurz antrafen.
Aber nicht nur die beiden trafen wir hier an, auch Sven (ihr erinnert euch hoffentlich)und andere Leute aus Sydney trafen wir hier wieder.
Soviel dazu, dass Australien ein riesiges Land ist.
Seit 3 Wochen leben wir hier im Walkabout Motel und arbeiten auf der Grima Farm, eine kleine gemütliche Familienfarm, wo Marvin den ganzen Tag Bananenkisten schleppt und ich Papayas pflücke.
Ab und zu unternehmen wir einen Ausflug zu den Josephine Falls, einer kleinen Wasserfalllandschaft mitten im Regenwald in der man bedenkenlos baden gehen kann. Ich finde das immer wieder unglaublich, denn was man bei uns daheim in den Schwimmbädern als Poster an den Wänden sieht, um ein exotisches Flair zu erleben, bekommt man hier live und ungekünstelt geboten.
Über die Weihnachtstage werden wir definitiv in Innisfail bleiben um unsere Reisekasse weiter aufzubessern.
Heute waren wir auf einer nahegelegenen Krokodil Farm, wo wir mit Krokodilen, Schlangen und Känguruhs spielen konnten, das war wirklich eine spaßige Abwechslung zum Arbeitsalltag.

soviel erstmal zu unserer Reiseentwicklung, bis demnächst
schönen Gruß an die Heimat

 

19.11.08 - 4 Räder und 1 Arbeitsplatz

Schönen guten Tag,

ich meld mich mal wieder.
Mittlerweile hat uns unsere Reise nach Bundaburg geführt, aber natürlich möchte ich vorwegnehmen wie wir hier her gekommen sind.
Wie schon in den letzten Berichten angedeutet versuchten wir in Brisbane endlich mal “zu Potte” zu kommen, denn ständig Urlaub können wir uns auch nicht leisten.
Also schauten wir uns nach Jobs und einem Auto um, denn damit würde die Jobsuche wesentlich einfacher werden.
In der Trading Post, einer lokalen Zeitschrift in der eine Menge Inserate für alle möglichen Sachen stehen wurden wir schnell fündig. Kaum 2 Anrufe später konnten wir uns mit einer freundlichen Lehrerin aus Brisbane treffen um das inserierte Auto zu betrachten. Ein 60er Toyota Landcruiser, 83er Baujahr, Allradantrieb, ohne Schnickschnack. Der beachtliche Geländewagen machte einen rundum guten Eindruck, welcher später noch von einer Werkstatt bestätigt wurde. Für stolze 3500$ (umgerechnet etwa 1700€) ging der Wagen in unseren Besitz über.
Der Papierkram wurde größtenteils schon von der Verkäuferin erledigt, wir mussten uns lediglich um die Ummeldung und eine Versicherung kümmern. Das erwies sich in Queensland leider als schwieriger als Gedacht, aber nach 2 weiteren Tagen bekamen wir auch dieses Problem in den Griff.
Liebevoll tauften wir den Wagen auf den Namen “Bubu”.

Die stolzen Autobesitzer konnten es nun nichtmehr abwarten ihre Reise fortzusetzen. Also stiegen wir am Mittag des 06.November (es waren locker 35°C) in unser Auto und liessen Brisbane hinter uns.
Weiter nördlich kamen wir in einem National Park an, der ausschliesslich für 4 Wheel Drive ( = Allradantrieb) Fahrzeuge befahrbar war. Ich glaube ich muss nicht erwähnen dass wir uns regelrecht dazu gezwungen sahen dort entlang zu fahren. Mit viel Spaß und lauter Musik rollten wir über Berge und durch Täler, an Wasserfällen und Schluchten vorbei und direkt über eine 1,5 m lange Python, welche die Konfrontation aber unbeschadet überlebte.
Gegen Abend wurde es dann Zeit sich um einen Platz für die Nacht zu kümmern. In Beerwah, der nächstbesten Stadt, stellten wir unsere Karre an den Straßenrand und legten uns im Kofferraumbereich schlafen.
Früh am nächsten Morgen fuhren wir dann in den 20km entfernten “Animal Zoo”, welcher eines unserer Australien Highlights werden sollte. Selbstverständlich werden die meisten noch nie von diesem Zoo gehört haben, wenn ich aber dazu erwähne dass es sich dabei um den Zoo des weltberühmten Crocodile Hunters Steve Irwin handelt, dann werden die meisten von euch verstehen weshalb der Zoo einer der wohl besten und bekanntesten Einrichtungen Australiens ist.
So verbrachten wir diesen Tag hautnah mit Känguruhs, Koalas, Emus und selbstverständlich Krokodilen.
Später am Nachmittag schnappten wir uns Bubu und fuhren zu unserem derzeitigen Standpunkt, Bundaberg.
In Australien ist diese Stadt vorallem für eine Sache bekannt, guten Rum.
Aber deswegen sind wir nicht hier, jedenfalls nicht primär.

Innerhalb eines Wochenendes konnten wir uns einen Job organisieren. Am folgenden Montag, dem 10.11.08 begannen wir dann früh um 5 Uhr unsere Arbeit auf der “Eden Farm”, wo haupstächlich Gurken angebaut werden.
Unsere Arbeit bestand dort in den ersten 3 Tagen hauptsächlich darin mit Macheten Gurkenpflanzen zu zerhacken und den entsprechenden Abfall zu beseitigen. Teilweise war die Arbeit auch wirklich fragwürdig, beispielsweise sollten wir einige gewaltige Dreckhaufen mit Handfeger und Kehrblech entfernen. Kein Wunder dass dieses Land so schlecht besiedelt ist wenn man hier nichtmal weiss was eine Schippe ist. Ein anderes Mal, als unserem Vorarbeiter nichts mehr eingefallen ist (weil wir definitiv zu schnell gearbeitet haben) wurden wir mit Müllsäcken ausgestattet und durften auf dem kompletten Farmgelände Müll aufsammeln.
An unserem 4.Arbeitstag wechselten wir auf ein anderes Gelände der “Eden Farm” wo wir schon um 4 Uhr morgens eintreffen mussten. Dort durften wir dann in der Dunkelheit beim Dachdecken helfen, was im nachhinein wirklich amüsant war, denn wir wurden ständig grundlos von dem polnischen Vorarbeiter angemeckert.
Die Arbeitszeit bis zum Freitag war dann wieder wie in den ersten Tagen.
Das folgende Wochenende verbrachten wir dann gemeinsam mit den beiden Franzosen Maxime und Gautier, welche wir während unserer Farmarbeit kennenlernten.
Mit viel Wein und Bier hatten wir Unmengen von Spaß mit diesen beiden Chaoten.

Seit Montag arbeiten wir nun auf der “Zaina Farm”, welche auf Tomaten spezialisiert ist.
Dort schleppen wir von früh um 6 bis 18 Uhr Kisten und Kartons.
Gestern wurde unsere Arbeitszeit dort leider sehr verkürzt da ein Stromausfall die ganze Halle lahm legte und heute sollten wir erst gar nicht dort auftauchen.
Hoffentlich gibt es dort morgen wieder Arbeit für uns, damit unsere Reisekasse wieder gut gefüllt werden kann.
Wir sind sehr gespannt.
Soviel erstmal von uns, bis zum nächsten Mal.

 

30.10.08 - Nicht viel los

Guten Tag, G’Day, Bon Jour, Buenos Dias und Ni Hau,

so etwa hört sich das hier auf dem Zeltplatz an, auf dem Marvin und Ich uns grad befinden.
Um genau zu sein handelt es sich um den selben Zeltplatz, auf dem wir auch vor genau einer Woche mit Pierre und Marcel waren.
Nachdem wir uns von den beiden getrennt hatten zogen wir, wie bereits gesagt, ins Brisbane Backpackers Resort ein. Daran gab es soweit auch nichts auszusetzen, wir hatten nette Mitbewohner im Zimmer, die Mitarbeiter waren sehr freundlich und jeden Abend lernte man neue interessante Menschen kennen mit denen man sich gut auf deutsch, englisch oder ähnlichem unterhalten konnte.
Leider war das Hostel nicht allzu günstig, daher entschlossen wir uns vorerst zurück auf den Zeltplatz zu wechseln. Und eigentlich ist es hier gar nicht übel, denn diesmal ist unser Zelt besser gelegen.
Hier hat man alles was man braucht, Ruhe, Strom, Sanitäranlagen und sogar eine kleine Küche.
Über die Halloween-Feiertage werden wir es hier sehr gut aushalten können.
In den letzten Tagen ist bei uns nicht grad viel passiert, daher kann ich jetzt kaum etwas berichten.
Abgesehen von 2 Ereignissen die wir im Hostel erlebten, denn dort scheint in einer gewissen Regelmässigkeit immer etwas los zu sein, wie uns auch andere Backpacker berichteten. In unserer ersten Nacht dort wurde gegen halb 2 der Feueralarm ausgelöst und das Hostel wurde evakuiert. Die Feuerwehr ist leider umsonst ausgerückt, denn es stellte sich herraus dass nur ein paar betrunkenen Footballer mit einem Feuerlöscher gespielt hatten und damit den Rauchmelder aktivierten.
2 Nächte später saßen wir in unserem Zimmer als man plötzlich ein lautes Quietschen, gefolgt von einem großen Knall vernahmen. Alle sprangen auf und liefen auf dem balkon, von wo aus man sehen konnte dass ein armer Backpacker in ein stehendes Auto gekracht war, sich dann drehte und noch ein weiteres Auto erwischte.
Leider waren wir danach nur noch 1 Nacht da, so dass wir nicht beobachten konnten ob sich tatsächlich in jeder 2. Nacht im Hostel etwas Spannendes ereignete.
Das waren auf jeden Fall die Höhepunkte unserer letzten Tage.
Heute werden wir das bunte Halloweentreiben in Brisbane beobachten und dann zusehen dass wir endlich mal zu Potte kommen.
bis dahin wie immer liebe Grüße an euch alle

 

30.10.08 - Dessauer vereint

Guten Abend liebe Leute in der Heimat,
nach langer Internetabstinenz kommt nun endlich ein kleiner, feiner Bericht aus Tralien. Wie schon im letzten Bericht erwähnt war unser Reiseweg in den letzten Tagen identisch mit dem von Pierre und Marcel, unseren Freunden aus Dessau.
Einige Stunden nachdem ich die letzten Zeilen auf unsere Homepage getippt hatte, trafen wir uns auch schon mit den beiden an ihrem Auto. Backpacker und Gepäck ins Auto geladen konnte die Reise auch schon losgehen…nicht.
Jeder musste natürlich noch Erledigungen machen, Marvin und ich versorgten uns im nächsten Aldi-Markt mit leckeren Delikatessen (Toastbrot, Billigkäse und Choco Pops) während sich unsere beiden Chauffeure spontan eine Gitarre zulegten die von nun an ständig in Gebrauch war.
Anfänglich war unser Ziel lediglich auf Queensland ausgerichtet, aber schnell wurde klar dass unsere Fahrt in das etwa 900 km entfernte Brisbane führen würde. Im Lonely Planet, einem Reiseführer der für jeden Backpacker Gold wert ist, schauten wir dann nach interessanten Sehenswürdigkeiten die man auf dem Weg nach Brisbane anschauen sollte.
So ergaben sich knapp 2000 km, die wir selbstverständlich nicht an einem Tag bewältigen könnten.
Ruhe und Gemütlichkeit war angesagt.
Unsere erste Etappe endete in Port Macquarie, einer kleinen Stadt direkt am Pazifischen Ozean in der wir ins Ozzie Pozzie Backpackers Hostel einzogen. Hier machte man uns auf eine Sehenswürdigkeit aufmerksam, die sich unsere kleine Gruppe nicht entgehen lassen wollte.
Um diese Attraktion völlig auskosten zu können war es jedoch nötig eine weitere Nacht im Ozzie Pozzie zu bleiben. Gesagt, getan, wie ich zu schreiben pflege.
Am 20.10.08 standen die eisenharten Dessauer sehr früh auf…um 8 Uhr.
Ein kleiner Spaziergang zum Hafen und schon sahen wir uns mit einem Jetboot konfrontiert welches ursprünglich vom australischen Militär benutzt wurde. Natürlich wurde es aber längst zweckentfremdet.
“Wofür?” wird sich der Leser fragen.
“Dafür!” wird Daniel antworten.
Mit Gummijacken und Rettungswesten ausgestattet nahmen wir in dem kleinen Boot Platz.
Marvin und ich ganz vorne am Bug während es sich Marcel und Pierre weiter hinten “gemütlich” machten.
Langsam tuckerete das Gummiboot aus dem Hafen, bis zu einer kleinen roten Markierungsboje. Von hier an gab der Steuermann Zunder, Marvin und ich wurden durch die Wucht mit der das Boot über die Wellen sprang, hin und her geschleudert und unsere beiden Freunde hinter uns wurden bestens vom Wasser durchnässt.
Nach etwa 10 Minuten stoppte das Boot. Die Wellen, die unser kleines Boot schauckelten, waren das einzige was ein Geräusch verursachte. Alle Passagiere blickten aufs Meer hinaus. Dann geschah etwas, was wohl niemand der Anwesenden so schnell vergessen wird. Ein großer dunkler Rücken erhob sich aus dem Meer und tauchte langsam wieder ab. Wenige Meter daneben tauchte ein weiterer Buckel auf und ab. Wir 4 Dessauer (und natürlich noch ein paar andere Leute) waren nur wenige Meter von den sogenannten sanften Riesen des Meeres, den Walen entfernt.
Unser Whale-Watching-Ausflug hatte tatsächlich Erfolg, ein kleines Walkalb und die beiden dazugehörigen großen Waleltern schwammen direkt an uns vorbei und an uns vorbei. Gelegentlich sah man gewaltige Rücken und Schwanzflossen aus dem Meer ragen und auch einige Sprünge konnte man beobachten. Ich denke ich spreche für den Großteil der Anwesenden wenn ich sage dass dieser Anbick einfach atemberaubend war.
Nachdem wir das Schauspiel etwa eine halbe Stunde genossen hatten düste unser Boot wieder Richtung Bucht.
Auch wenn wir das Jetboot völlig durchnässt und durchgeschüttelt verliessen, hat sich diese Tour in meinen Augen mehr als gelohnt. Zu dieser Fahrt gab es eine weitere Bootstour gratis dazu, die wir natürlich auch mitmachten, Ausgerüstet mit ein wenig Bier schipperten wir auf einem kleinen “Party-Boot” knapp 1 Stunde an einer Wohnsiedlung von Port Macquarie vorbei, wo erstaunlich viele Grundstücke zum Verkauf angeboten wurden.
Zum Glück war die Fahrt umsonst, sonst hätten wir uns das echt sparen können.
Zurück im Hostel liessen wir den Tag mit dem Rest Bier, Wein und Gesprächen mit den anderen Hostelgästen ausklingen.
Am nächsten Morgen stiegen wir dann wieder samt Gepäck ins Auto um zu unserem nächsten Etappenziel, Coffs Harbour, zu fahren.
Auf dem Weg dahin nahmen wir einen etwas größeren Umweg in Kauf um uns in Amidale die Wollomombi Falls anzusehen. Diese Wasserfälle gehören zu den höchsten und schönsten in ganz Australien.
Leider spielte uns das Wetter nicht so recht mit, in den vorherigen Wochen war es sehr warm und trocken in der umliegenden Region und am Tag unserer Ankunft regnete es recht penetrant, wodurch der Wasserfall eher dürftig Wasser fallen liess und wir auch sonst nicht grad viel Spaß an unserer Besichtigung hatten.
Am Abend kamen wir dann in Coffs Harbour an, wo wir nur für eine Nacht im Aussitel Backpackers Hostel schliefen. Für uns gab es auf die schnelle nicht viel sehenswertes in Coffs Harbour, daher beschlossen wir nach einem kurzen Stopp beim Strand weiterzufahren.
Eigentlich entspricht das nicht ganz der Wahrheit, eine Sehenswürdigkeit gab es schon, eine sehr bedeutsame Attraktion, von der ich behaupten kann dass sie mich für die weitere Zeit in Australien sehr inspiriert hat.
Die Rede ist von der “Großen Banane”.
Die Region um Coffs Harbour ist seit vielen Jahrzehnten ein bedeutsamer Bananenlieferant für ganz Australien, daher dachte man sich im Jahre 1974 man müsste um eine kleine Bananenplantage einen Kinderspielplatz, einen Aussichtsturm und einen Souvenirladen. Dazu kam noch etwas, ein Wahrzeichen von weitreichender Bedeutung, eine etwa 11m lange Kunststoffbanane, die “Große Banane”.
Selbstverständlich klingt das jetzt wenig spektakulär, aber einige Australier sahen darin scheinbar eine Art Kunst, die weitergeführt werden muss, wodurch man nun über 50 “Große Dinge” bestaunen kann die sich über ganz Australien verstreuen.
Hierzu zählen Sachen wie “der Große Tacker”, “das Große Huhn”, “die Große Rumflasche”, “der Große Goldgräber”, “der Große Schotte”, “das Große Schauckelpferd” und viele weitere große Sachen.
Ich habe es mir nun zur Mission gemacht möglichst viele dieser Dinge zu besuchen.
Nach diesem großen Erlebniss fuhren wir weiter Richtung Norden, durch den kleinen Ort Ballina, wo ich “die Große Languste” bestaunen konnte bis nach Byron Bay, einer der schönsten Strandgebiete in Australien.
Hier verbrachten wir die folgenden 2 Nächte im Backpackers Inn, einem Hostel dessen Garten nur etwa 20 Meter vom Strand entfernt liegt. Wir verbrachten wenig Zeit im Zimmer, dafür umso mehr Zeit an den kilometerweitern, weissen Stränden. Das wir hierher definitiv zurückkehren werden war bei der Abfahrt wohl jedem klar.
Die letzte Etappe war angebrochen. Gemütlich fuhren wir Richtung Brisbane, bis Marcel plötzlich (nicht unerwartet) rechts abbog und wir erneut einen Umweg fuhren. Wer sich ein wenig mit der australischen Geographie auskennt könnte ahnen was wir anpeilten, alle anderen müssen sich noch einen Satz gedulden.
Durch dichte Wälder und über hohe Berge führte uns eine gut betonierte Straße bis an einen Ort den wir bisher nur aus Erzählungen kannten.
Nimbin; ein kleines Hippiedorf (eigentlich nur eine einzige Straße) in dem Alkoholkonsum gesetzlich verboten ist und jeder Einwohner bemüht ist den Touristen selbstgebackene Plätzchen zu verkaufen. Ich finde das kann man ruhig gesehen haben. Selbstverständlich schauten wir uns hier nur ein wenig um und fuhren dann brav weiter.
Als wir dann gegen Abend endlich Brisbane erreichten stellten wir uns selbst vor eine schwierige Frage, entweder durch Brisbane irren, auf der schwierigen Suche nach einem Hostel in dem wir unterkommen können oder auf einen Carraven Park gehen, dort einfach unser Zelt aufbauen und…
In dem Moment war es auch schon beschlossen. Die nette ältere Dame an der Rezeption begrüßte uns sehr freundlich und gab uns einen günstigen und guten Platz auf ihrem Campinggelände.
Während ich mir mit Marvin das Zelt teilte, schliefen Marcel und Pierre in ihrem Auto.
So verbrachten wir die Nächte von Freitag bis Sonntag und schauten uns zwischenzeitlich ein wenig in Brisbane um.
Am Sonntag war es dann soweit, wir checkten am Zeltplatz aus und trennten uns wieder von unseren Dessauer Freunden. Nun waren Marvin und ich wieder allein.
Aber natürlich hatten wir das alles geplant, so dass wir direkt mit dem Bus zu einem nahe gelegenen Hostel fuhren, wo man uns sehr unfreundlich mitteilte dass man keinen Platz für uns frei hat.
Zum Glück sah es ein paar Meter weiter schon wieder besser aus, so dass wir in das Brisbane Backpackers Resort eincheckten.
Hier endet vorerst meine kleine Erzählung, denn mein rechter kleine Finger ist eingeschlafen und ich werde es ihm nun gleichtuen.
bis demnächst, viele liebe Grüße an alle die das lesen und an alle denen davon erzählt wird
so far…

 

19.10.08 - Bye Bye Sydney

Guten Morgen,

heute werde wir Sydney vorerst endgültig hinter uns lassen. Unsere Reise wird uns vorerst Richtung Queensland führen. Wie es zu dieser Planänderung kam? Gestern trafen ganz überraschend unsere Dessauer Freunde Marcel und Pierre im Hostel auf und verwickelten uns in interessante Erzählungen. Dabei boten sie uns an, uns in ihrem Auto ein Stück mitzunehmen. Ihr Ziel ist Queensland also wird unser Ziel ebenfalls Queensland sein, wo wir dann hoffentlich in Besitz eines eigenen Autos kommen werden.

Dieser Beschluss wurde selbstverständlich mit ein wenig Bier besiegelt. Der wirklich Knaller hierbei entstand aus den Berichten zweier Bayern, die sich vor wenigen Tagen in unserem 10-Bett Schlafsaal breitgemacht hatten. Mutig begab ich mich auf eine endlos beschwerliche Reise bis in den Hafen Sydneys…ungefähr 5 Minuten Fußmarsch vom Hostel aus. Dort sollte ich in einen geheimnissvollen BottleShop aufsuchen den ich nach einigen Gesprächen mit den Einheimischen auch fand. Ehrfürchtig betrat ich den kleinen Laden und ein strahlender Schriftzug blendete mich. Geschnappt, bezahlt und zurueck ins Hostel. Keiner im hostel konnte glauben was ich da in den Händen hielt, frisches Oettinger. Muss ich mehr sagen? Der Abend war gerettet.

Heute bereiteten wir uns dann auf unsere Abreise vor und in wenigen Stunden werden wir
unser Hostel, Sven und die anderen Backpacker verlassen.

Ich weiss leider nicht wann wir wieder Internet haben werden, also wundert euch nicht wenn ich eine Weile nichts schreibe. Bis dahin, Alles Gute und liebste Grüße in die Heimat.

 

17.10.08 - Gewohnheit und Kaninchen

Und da sind wir auch schon wieder.
Seit meinem letzten Eintrag sind mittlerweile ein paar Tage vergangen, wie dem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein dürfte.
Wenn ich die letzen Tage mit einem einzigen Wort zusammenfassen sollte, würde ich “Gewohnheit” wählen, oder “Kaninchen”.
Wie im letzten Bericht beschrieben zogen wir in Betracht die Blue Mountains zu besichtigen und schon am nächsten Tag wollten wir diesen Vorsatz in die Tat umsetzen.
Der Plan wurde aber schnell ins wanken gebracht.
Zuerst verschlief ich bis zum Mittag, dann zogen wir völlig unvorbereitet los, bekamen falsche Auskünfte an den Zugstationen und irgendwie schafften wir es einfach nicht ans Ziel zu kommen.
Am späten Nachmittag blieb uns dann nichts anderes übrig als den Ausflug in die Blue Mountains zu verschieben.
Die folgenden Stunden verbrachten wir mit packen, denn am nächsten Morgen sollten wir unser gemütliches Doppelbettzimmer räumen, aber wir hatten vorgesorgt.
Nach einem kurzen Gespräch mit dem Hostel-Manager Dan buchten wir uns für eine weitere Woche in den 10-Bett Schlafsaal des Hostels ein.
Und von dort an begann der Alltag.
Früh wurde ausgeschlafen, Mittags spazierten wir durch die Gassen Sydneys oder lagen im Park und Abends saßen wir in lustigen Runden mit den anderen Backpackern auf der Terasse.
Von diesen Backpackern möchte ich einen ganz besonders hervorheben.
Sven, ein bescheidener Schwabe aus Stuttgart der schon seit vielen Monaten in Sydney lebt.
Von ihm kann man eine Menge über das Leben hier lernen, er weiss wo es gutes Gratis-Essen, Sehenswürdigkeiten und Fachgeschäfte gibt.
Neulich hegte ich den Wunsch meinen Nachmittag an einem Palmenstrand zu verbringen, wo Marvin und ich uns auchmal auf ein Surfbrett stellen könnten. Also setzte sich Sven mit uns in einen Bus und fuhr zu einem wunderbaren Strand…voller Nadelbäume und Surfverbot. Es war trotzdem lustig.
Das besondere an diesem Schwaben ist, dass er, obwohl er schon viel durch die Welt gereist ist, hinterm Mond zu leben scheint. Nicht grade selten amüsiert er sich köstlich über unsere Geschichten aus Dessau, die für uns völlig normal sind. Bierkästen für unter 10€, Garagenpartys und 100.000 Einwohner sind Fakten die er absolut nciht nachvollziehen kann. In seiner 600.000 Einwohner Heimat lebt man deutlich großzügiger.
Er glaubt; ohne sein Stuttgart wäre Deutschland nichts, ich glaube; er lügt.
Jedenfalls ist er ein echt prima Kerl mit dem man viel Spaß haben kann.
Er war es auch, der anfing die Deutsch-Englischen Sprachbarrieren einzureissen.
Seitdem hört man häufiger “Was ist das? Das ist ein Kaninchen.” durch die Flure klingen. Auch Tage später ist das immernoch lustig.
Nun neigt sich schon unsere 2. Woche in Australien dem Ende entgegen und wir haben mittlerweile schon soviel erlebt, gesehen und gelernt.
Marvin hat gestern sogar beinahe zugeschaut wie ich essen koche.
Vorgestern wurde er sogar von Dan angesprochen ob er nicht Lust auf Arbeit hätte, also bekam er spontan einen Job in einer Kissenfabrik, jedenfalls für 2 Tage.
Leider war dort nur noch 1 Stelle frei, darum sitze ich jetzt hier, fasse unsere letzte Woche lyrisch zusammen und warte darauf dass Marvin von Arbeit kommt, um mit ihm in den Waschsalon zu gehen.
Am Wochenende werden wir das Hostel hinter uns lassen müssen und unser Weg wird uns vorraussichtlich nach Orange führen. Dort erhoffen wir uns einen Job als Fruitpicker auf einer Orangenplantage (wer hätt’s gedacht).
Unseren Infos zufolge stehen unsere Chancen auf Erfolg sehr gut.
Vorher werde ich mich aber bestimmt nochmal melden.
Bis dahin, schönen Gruß (auch vom Sven)

 

08.10.08 - Kuscheltiere, Sandstrand und Gammelstimmung

G’Day, wie der Australier nuschelt.

Die Zeit ist mal wieder reif für Spiel, Spaß und Spannung aus der DownUnderüberraschung.
Anfangs möchte ich nochmal die Zeitverschiebung ansprechen. Ich gestehe; ich habe geschwindelt. Zur Zeit haben wir nu 9 Stunden Zeitunterschied, erst in ein paar Tagen kommt noch eine weitere Stunde dazu. Nunja, sowas kann man hier drüben nur ganz schlecht mitverfolgen, somit muss man sich auf die (leider falschen) Aussagen anderer verlassen. Sorry für die Verwirrung.
Nachdem mein letzter Beitrag erfolgreich ins weltweite Netz gesendet wurde, konfrontierte ich Marvin sofort mit der Idee welche ich zum Ende meiner lyrischen Kreation hatte.
Das Wetter schien gut, unserere Tagesplanung lag bei Null und auch sonst gab es nichts was uns von einem Ausflug zum Strand abhalten konnte.
Schnell zur Badehose gegriffen und informiert wie wir am besten zum Bondi Beach kommen könnten.
Die nötige Bahnroute ward schnell gefunden, mit unserem famosen “7 Days Red Pass” konnten wir sogar den Shuttlebus bis zum Strand nutzen. Kurz bevor wir das Hostel verliessen kamen wir noch mit 2 anderen Backpackerinnen aus Deutschland ins Gespräch, die sich uns kurzerhand anschlossen. Unsere kleine Vierergruppe schlenderte nun gemütlich den mittlerweile bekannten Weg zur nächsten Bahnstation entlang und kam nur wenige Minuten später in der Strandregion an.
Das sonnige Wetter lud uns dazu ein die geringen 2,9km bis zum Strand zu Fuß zurück zu legen, doch kurz nachdem der Bahnhof außer Sichtweite kam, erschienen die ersten Wolken am Himmel und auch eine kleine Gruppe Regentropfen kreuzte unseren Weg.
Doch am Bondi Beach wendete sich das Blatt erneut. Zwar gab es noch einige Wölkchen am Himmel, aber im Großen und Ganzen war das Wetter spitze. Ich liess mich von dem herrlichen Sandstrand und dem noch herrlicheren, sauberen Wasser schnell überzeugen ins kühle Nass zu hüpfen. Marvin und unsere Begleiterinnen schafften es zumindest ihre Füße anzufeuchten.
Wie erwartet konnte man vereinzelt Surfer erblicken, die ihr Glück mit den etwa 2m hohen Wellen versuchten.
Vom Bondi Beach aus gingen wir die Küste entlang zum nahe gelegenen Tamarama Beach, welcher uns als Geheimtipp empfohlen wurde. Tatsächlich war der Strand weniger von Badelustigen überlaufen, dafür aber umso schöner. Der aufziehende frische Wind und leichter Hunger trieben uns dann aber schnell weiter zur nächsten Bushaltestelle bis zurück ins Hostel.

Gestern standen wir sehr früh auf, jedenfalls hatten wir das vor, leider wurde daraus nichts.
Nichtsdestotrotz saßen wir 2 Weltenbummler aus Dessau gegen Mittag in der nächstbesten Westpac-Bank um ein Konto zu eröffnen. Wir wurden zwar vorgewarnt, dass wir hierbei am besten bloß lächeln und nicken sollten, denn man würde von dem was einem erzählt wird eh nichts verstehn. Im Endeffekt können wir jedoch stolz behaupten gut verstanden zu haben, was die junge Asiatin auf der anderen Seite des Bürotisches uns erklärt hat.
Nach einem kurzen Abstecher ins Hostel latschten wir mehr oder weniger ziellos durch Sydney. Plötzlich fassten wir den Entschluß einfach mal über die Harbour Bridge zu gehen.
Nach etlichen Problemen eine Zugangsmöglichkeit zur Brücke zu finden, fanden wir einen kleinen Geheimgang an dessen Ende wir direkt auf der Brücke standen. Der Spaziergang auf dem Fußgängerstreifen ähnelte eher einem Gang Richtung Gefängniss. Zäune, Warnschilder und Stacheldraht prägten das Bild. Auf der anderen Seite fanden wir leider wenig Sehenswertes, also stiegen wir mal wieder in die nächste Bahn und fuhren zurück. Die einsetzende Dämmerung verwunderte uns ein bisschen. Irgendwie schien der Tag vergeudet. Im Schein der letzten Sonnenstrahlen bewegten wir uns langsam Richtung “Royal Botanic Garden”, welcher leider 20 Minuten bevor wir dort ankamen zugeschlossen wurde. Aber wer uns kennt weiss dass uns derartige Probleme nicht aus der Bahn werfen. Nur ein vorbeifahrendes Parkwächterauto hinderte uns an einer Klettertour über den Zaun. So liefen wir einfach drum herum, bis wir fast mitten in einem Highwaytunnel standen. Also liefen wir noch ein bisschen weiter drum herum und kamen an einen Punkt des Gartens den man auch legal bei nacht betreten durfte. Schnell ein paar Fotos von der leuchtenden Skyline gemacht und im nu verschwanden wir Richtung Hostel.

Der heutige Tag war der bisher ereignisloseste schlechthin. Anfangs gammelten wir im Hostel vor unseren Laptops und gegen Nachmittag begaben wir uns in den Park um dort weiter zu gammeln. Das war auch sehr angenehm.
Mittlerweile ist der Tag für uns fast schon wieder vorbei. Wir trinken vielleicht noch 1 - 2 Bierchen und werden uns dann wieder zur Nacht betten.
Morgen werde ich Marvin endlich in die “Blue Mountains” zwingen. Auch wenn er noch nicht so recht Lust dazu hat, werd ich dafür sorgen dass uns dieses highlight nicht entgeht. Vielleicht kommt morgen ja auch schon unsere Steuernummer, dann kann die Arbeitssuche endlich losgehen. Wir sind gespannt wie Flitzebogen.

bis dahin G’Night, wie der Australier lallt.

 

06.10.08 - langes Wochenende

Guten Morgen,

hier melden sich mal wieder eure Globetrotter.
Zuallererst möchte ich darauf hinweisen dass wir seit gestern eine Zeitdifferenz von 10 Stunden zueinander haben.
Wie das kommt? Ihr habt eure Uhren zurück gestellt und wir unsere vor. Ganz schön verwirrend.

Mittlerweile haben wir uns hier schon sehr gut eingelebt und von Heimweh keine Spur.
Die Atmosphäre hier im Hostel ist spitze, auch wenn man den Eindruck hat das Einige von den vielen Deutschen hier etwas genervt sind. Trotzdem saßen wir die letzten Abende in gemütlichen Runden draußen und tauschten Erfahrungen aus.
Gestern haben wir dabei durch Zufall erfahren dass in Australien heute der sogenannte Labour Day ist. Ein Feiertag bei dem so gut wie keine Geschäfte geöffnet haben und auch sonst kaum gearbeitet wird. Das hat unsere Pläne natürlich ein bisschen verworfen, aber über das verlängerte Wochenende können wir uns natürlich nicht beschweren.

Apropos Wochenende.
Als wir am Samstag, nach unserer ersten Nacht hier aufgestanden sind, waren wir voller Tatendrang.
Gut ausgeschlafen und von Cornflakes gestärkt entschlossen wir nocheinmal zum Flughafen zu fahren um uns unsere Visabescheinigungen in den Pass kleben zu lassen. Also sind wir zur nächsten Zugstation gelaufen und haben geschaut ob wir den teuren Fahrtpreis nicht mit einem Wochenticket umgehen könnten. Nachdem wir uns durch viele Fahrt- und Angebotspläne gewühlt hatten entschlossen wir uns einen “7 Day Red Pass” zu kaufen. Damit würden wir für eine Woche durch den für uns interessantesten Teil Sydneys, dem Red District, fahren können. Leider haben wir das Kleingedruckte nicht gelesen.
Der International Airport liegt zwar im besagten Red District, leider gelten hierfür extra Gebühren, denn die Bahnfahrt zum Flughafen und den umliegenden Haltestellen ist fast 3-mal so teuer wie eine normale Fahrt. Gezeig wie wir nunmal sind sahen wir nicht ein die gebühren zu bezahlen, also fuhren wir zur nächstmöglichen Station um von dort aus zum Flughafen zu laufen.
Auch das war einfacher gesagt als getan. Anfangs folgten wir der Beschilderung und schon bald kam der International Airport in Sichtweite. Leider war es dem Umgebungsplaner wohl nicht in den Sinn gekommen dass irgendwann mal 2 Dessauer kommen könnten, mit der Absicht das Airporgelände zu Fuß zu erreichen.
So mussten wir fast eine Stunde lang einem minderwertigen Weg folgen, der plötzlich im Nirgendwo endete, wodurch wir kurzerhand ein wenig Off-Road liefen.
Schnell noch die Hauptzufahrtsstraße überquert und schon waren wir am Ziel angekommen.
Nun irrten wir eine Ewigkeit durch das Flughafengelände auf der Suche nach einem Schalter an dem man uns den vielbesagten Visasticker in den Pass kleben würde. Das lustigste war dass die meisten Flughafenangestellte keine Ahnung hatten was wir überhaupt wollten. Um sicherzugehen dass wir uns nicht vermacht hatten schauten wir mehrmals im Internet nach wie sich das mit dem Visu verhält. Überall lasen wir das gleiche; “Im Sydney International Airport kann man sich die Bescheinigung direkt in den Pass kleben lassen”. Aber warum wusste das keiner? Kurz bevor mir die Sache endgültig zu blöd wurde gelang es uns glücklicherweise, uns zum richtigen Schalter durchzufragen, auch wenn der nicht den Eindruck machte als wären wir da richtig. “Quarantäne- und Sicherheitsabteilung” verkündete das Schild über dem Büro in der verstecktesten Ecke des Flughafens. Kurz und schmerzlos erfuhren wir dort dass es den gesuchten Nachweis im Pass nicht mehr gibt. Sollte uns jemand danach fragen könnte man die Daten übers Internet abrufen und das reicht. Deprimiert über den verschwendeten Nachmittag liefen wir zur nächstbesten Straßenbahnhaltestelle um ins Hostel zu fahren. Diese Haltestelle befand sich in WolliCreek, einer Gegend in Sydney die nur die wenigsten Backpacker zu sehen bekommen, wahrscheinlich weil hier gar nichts einen einladenden Eindruck macht. Aber Hinterhoftourismus war ja schon in China unsere Stärke.
Zurück im Hostel berichteten wir dann den Anderen von unserem Tag und die meisten konnten das einfach nicht fassen.
Das zeigtmal wieder aus was für einem Holz wir Dessauer eben geschnitzt sind. Knallhart, mit eisernem Willen und für jeden Blödsinn zu haben.
Der gestrige Tag war dann wieder erfolgreicher.
Ich habe es geschafft mir ein Handy zu kaufen und die beiden PrePaid-Karten, die wir uns schon vorher besorgt hatten, bekamen wir auch zum laufen.
Vorher gönnten wir uns jedoch noch ein wenig Unterhaltung in der “Sydney Wildlife World”.
Quasi der 2. Teil zu unserem Ausflug ins Aquarium, nur ohne Fische.
Ähnlich wie im Aquarium konnte man auch hier einen guten Eindruck von der Fauna Australiens bekommen.
Neben den verschiedensten Vögeln und Insekten trafen wir auch endlich auf die heiß ersehnten Wombats, Koalabären und Kängurus. Selbstverständlich freuen wir uns nun erst Recht darauf diese lustigen Tiere in freier Wildbahn zu sehen.
Den Abend liessen wir dann mit Bier und Wein ausklingen, natürlich nur in Maßen.
Und nun sitz ich auch schon wieder hier, neben meinem Frühstück und schreibe die Ereignisse der letzten Tage.
Ich bin gespannt wohin es uns heute verschlagen wird.
Das Wetter ist grad sehr schön, vielleicht schaffen wir es ja heute zum Strand zu gehen.
Aber davon werden wir euch dann noch früh genug berichten.
Bis dahin, liebe Grüße an die Heimat.

P.S.: Unser Gästebuch funktioniert jetzt und wir haben nun auch endlich die ersten Bilder hochgeladen.

 

03.10.08 - Erste Erkundungen

Guten Abend, oder sollte ich für euch eher noch guten Mittag sagen?

Vor wenigen Sekunden kamen wir von unserer ersten Erkundungstour durch Sydney zurück.
Nach den letzten Stunden des Fluges, die nicht spurenlos an uns vorbei gingen, liessen wir es uns nicht nehmen trotz Erschöpfung wenigstns ein bisschen durch unserer erstes Reiseziel zu schlendern.
Eigentlich sollte alles ganz schnell gehen, aber wie üblich kamen wir an den ein oder anderen Sehenswürdigkeiten nicht ohne weiteres vorbei.
Zuallererst nahmen wir, wie es sich gehört, ein angemessenes Frühstück bei McDonald’s ein.
Gut gestärkt und voller Tatendrang führte uns unser Weg nun in den “Royal Botanic Garden”, einem wunderschönen Park, in dem sich die unterschiedlichsten Pflanzen prachtvoll ergänzen. Flughunde und wilde Kakadus sind hier keine Seltenheit, ebenso wie andere ungewöhnliche Vögel.
Nach einer gemütlichen Wanderung kamen wir an den Mrs.Macquaries Point, von wo aus man den weltberühmten Blick auf die Oper von Sydney werfen kann. Hier wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst dass ich mich nun am andern Ende der Welt, weit weg von Familie, Freunde und Bekannten,befinde. Aber keine Spur von Traurigkeit, denn die Touristen in uns hatten schon ihr nächstes Ziel im Visier. Nach einem weiteren, kurzen Spaziergang durch den “Royal Botanic Garden” erreichten wir das weltbekannte “Sydney Opera House”. Sogar Marvin musste zugeben dass ihn dieser Anblick beeindruckte. Leider konnten wir nur den Eingangsbereich betreten, aber vielleicht schaffen wir es demnächst eine günstige Gelegenheit zu finden, um die Oper direkt von Innen zu bestaunen. Etwa halbe Stunde später liessen wir die Oper hinter uns, um uns dem nächsten Höhepunkt zu widmen. Eine handvoll Kilometer weiter südwestlich, im Darling Harbour, mussten wir eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Unsere folgende Handlung könnte gravierende Auswirkungen haben, sofern wir uns falsch entscheiden. Fleisch oder Fisch? Lunge oder Kiemen? Säugetiere oder Fische? “Sydney Wildlife World” oder “Sydney Aquarium”? Aufgrund der Bilder von Hans und Pierre entschieden wir uns spontan für das Aquarium. Also Eintritt (nicht billig!) bezahlt und reinmarschiert. Schnell wurde klar dass sich das Eintrittsgeld gelohnt hatte. Nur wenige Zenitmeter Sicherheitsglas trennen hier den Besucher von Fischen und Reptilien, die teilweise aus einer anderen Welt zu kommen scheinen. In allen Größen, Formen und Farben konnte man hier einen Eindruck von dem bekommen, was sich in den Gewässern rund um Australien tummelt. Von winzigen Clownfischen, über hässliche Moränen bis hin zu gewaltigen Krabben war hier alles vertreten, was sich Wasserbewohner nennen darf. Die Highlights waren hier zweifellos das Krokodilgehege, das Robbenbecken, welches man sogar unter Wasser durch Glastunnel bestaunen konnte, die Pinguinbucht und das Haibecken, welches man ebenfalls durch ein kleines Glastunnelsystem durchqueren konnte, während sich gewaltige Rochen, eine Riesenschildkröte und natürlich respekteinflößende Haie rundherum bewegten. Als wir alles erkundet hatten begaben wir uns zum “Queen Vidtoria Building”, einem der schönsten Einkaufszentren der Welt, natürlich sind hier hauptsächlich die Nobleren, der Edelboutiquen vertreten, aber auch der einfache Besucher kann hin und wieder Preise entdecken die durchaus human erscheinen. Wenige Ampelkreuzungen weiter kamen wir an der “St. James
Church” vorbei, welche sich an ihrer zentralen Lage, durch die historiche Bauweise, von den umliegenden Hochhäusern klar abhebt. Von dort aus traten wir dann auch schon den Rückweg an. Im nächsten Woolworths schnell noch ein paar Lebensmittel eingekauft und in aller Ruhe zurück ins Hostel.
Nun wird es Zeit dass wir uns mal ein wenig Ruhe gönnen.
Während ich diesen Bericht schreibe ist Marvin schon auf dem Weg ins Land der Träume und dahin werde ich jetzt folgen.

Nochmals schöne Grüße an alle daheim, bis dann

 

03.10.08 - Ankunft

Hallo liebe Leserschaft,

wir melden uns nun frisch und munter aus dem “Palms Backpackers” Hostel in Sydney.
Uns geht es soweit ganz gut, eigentlich geht es uns sogar bestens.
Nach einem dramatischen Abschied in Berlin Tegel ging es gradewegs nach London Heathrow.
Dort mussten wir in dem gewaltigen Gelände erstmal einen Bus finden der uns zum nächsten Terminal befördern könnte. Gesagt getan. Gemeinsam mit ein paar australischen Rentnern fuhren wir von Terminal 5 zu Terminal 4 wo wir die folgenden Stunden auf unseren Flieger warteten. Eine kleine Fehlinformation hätte uns beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Marvin kam zum Glück rechtzeitig auf die Idee, die Informationstafeln nochmal zu checken. Nach einem kurzen Sprint durch die Terminalhalle kamen wir noch im richtigen Moment beim passenden Gate an. Nun folgten 13 Stunden entspannter Flug nach Singapur.
Das war insgesamt prima, bis auf ein paar Turbulenzen, schreiende Kinder und meckernde Franzosenomas hatten wir keinen Stress. Ähnlich verlief unser Weiterflug nach Sydney. Hier angekommen ging alles sehr schnell, zu schnell. In der Eile lies ich meine Digitalkamera an der U-Bahn-Haltestelle des Flughafens liegen. Glücklicherweise bemerkte ich es schon kurze Zeit später und konnte zurück fahren um die Kamera im Fundbüro in Empfang nehmen.
Nun sitzen wir wie gesagt im Hostel und warten darauf einchecken zu können. In den letzen Minuten haben wir auch schon die ersten Bekanntschaften geschlossen, leider nur deutsche.
Insgesamt haben wir einen echt guten Eindruck von Sydney und dem Hostel, mal schauen was noch so kommt.

bis dann, viele liebe Grüße an die Heimat